Nordwestkreis : Nachwuchssorgen am Jagdhorn

Die Gruppe aus Schönerg spielte auch in Dassow auf.
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Die Gruppe aus Schönerg spielte auch in Dassow auf.

Bläser aus Nordwestkreis treffen sich auf dem Jägerhof Ostsee / Veranstaltung soll regelmäßig stattfinden

svz.de von
12. Juli 2015, 23:50 Uhr

Kein Handyempfang im Wald. Was tun? Die Jäger in Nordwestmecklenburg wissen sich zu helfen und zücken ihr Horn.

Das Jagdhorn gehörte jahrhundertelang zur Jagd wie der Strand zur Ostsee. Doch die Bläser im Nordwestkreis plagen Nachwuchssorgen, sagt Kathrin Wichert aus Rehna. Jungjäger gebe es genug, nur an der Blaserei haben sie wenig Interesse. Wichert hat das Treffen von 60 Bläsern auf dem Jägerhof Ostsee in Dassow gestern mitorganisiert. Es ist erst die zweite Veranstaltung dieser Art des Kreisjagdverbandes. Doch geht es nach Kathrin Wichert und ihren Mitstreitern soll daraus eine regelmäßige Tradition erwachsen. „Wir können uns das alle ein bis zwei Jahre vorstellen“, sagt sie. Dabei gehe es zum einen um die Pflege der Tradition und zum anderen darum, Interesse zu wecken.

„Früher hat man so Jagden geleitet“, sagt Kathrin Wichert. Vor allem bei großen Gesellschaftsjagden kamen die Bläser zum Einsatz. Sie wurden im ganzen Wald positioniert und gaben Signal, wenn ein Wild erlegt war oder die Jagd zu Ende ging.

Jens-Erwin Kläve ist Ausbilder auf dem Jägerhof. Er empfiehlt in seinen Kursen, dass sich Jäger auch mit dem Horn auseinandersetzen. „Wenn sie im Wald keinen Empfang mit dem Telefon haben, dann können sie sich nicht bemerkbar machen, wenn Gefahr besteht“,sagt er. Das Horn brauche keine Sendemasten und sei über eine weite Entfernung hinweg zu hören. In Niedersachsen müssen angehende Jäger die einzelnen Signale, wie beispielsweise „Hahn in Ruh“ erkennen. Sonst bestehen sie die Prüfung nicht. Für den Jagdschein in MV müssen sie nur etwas darüber gehört haben. Mit dem obigen Hahn ist der Abzugshahn an der Flinte gemeint. Das Signale verkündet das Ende der Jagd.

Kläve meint, theoretisch sei es gar nicht so schwer, ein Jagdhorn zu spielen. Für die Signale reicht es schon, wenn man fünf Töne trifft.

Kathrin Wichert hofft nun, dass sich der eine oder andere Jungjäger doch entschließt sich einer Gruppe von Bläsern anschließt. Die regelmäßigen Treffen sollen dabei helfen.

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