Naturschönheiten : Nachwuchs für die Blutbuchen-Allee

Phillip Ruhkieck, Marcel Schulze und Wolfgang Jens (v.l.) setzen die 17 Bäume in der Blutbuchenallee zwischen Renzow und Pokrent.  Fotos: volker bohlmann
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Phillip Ruhkieck, Marcel Schulze und Wolfgang Jens (v.l.) setzen die 17 Bäume in der Blutbuchenallee zwischen Renzow und Pokrent. Fotos: volker bohlmann

17 Jungbäume werden gesetzt. 21697 Euro kommen aus dem Alleenfonds

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10. Dezember 2014, 00:59 Uhr

Sehenswerte Buchen mit rötlichen Blättern – wer einmal durch die Blutbuchenallee von Renzow geradelt ist, dem bleiben die Baumriesen in Erinnerung. Ob sie Bestand haben, hängt maßgeblich vom Engagement der Gemeinde ab, denn das Aushängeschild von Schildetal kränkelt.

Durch Befall, Totholz und morsche Bäume dezimierte sich der Bestand der deutschlandweit bekannten Allee in den zurückliegenden Jahren, erzählt Marita Firchau. Die Mitarbeiterin des Amtes Lützow-Lübstorf koordiniert die Pflegemaßnahmen.

In den zurückliegenden Jahren wurde die Allee durch Stürme gezeichnet, stürzten Altbäume um, weitere mussten aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen gefällt werden. Das Schließen der Lücken funktionierte nur bedingt, zahlreiche Nachpflanzungen wuchsen schlecht an. „Somit bestand die Allee nur noch aus 29 Buchen, zwei Eichen und Spitzahorn“, so Firchau.

Die jüngsten Bemühungen beinhalten eine Verjüngungskur, der zwischen Renzow und Pokrent liegenden Allee. Im Auftrag der Gemeinde Renzow und in Kooperation mit Landkreis und Amt pflanzen dort Mitarbeiter des Gartenbauunternehmens Rumpf insgesamt 17 neue Alleebäume. Es handelt sich dabei um den Start einer auf Jahre angelegten Pflegemaßnahme. Die geschätzten Kosten für den Alleenunterhalt belaufen sich auf rund 26 000 Euro.

Bei den einzusetzenden 17 Bäumen haben Gartenbauer Phillipp Ruhkieck und seine Kollegen Wolfgang Jens und Marcel Schulze ordentlich zu tun. Bei einer steifen Briese aus West setzen sie dieser Tage die zwölfjährigen Bäume. Alles muss sitzen, damit stürmische Winde die Jungbäume nicht umhauen. „In zirka drei Jahren werden sie standfest sein“, sagt Ruhkieck, der als Schutz vor Wühlmäusen ein Gittermaterial in die Erde einbringt.

Die Investitionen für die Blutbuchenallee, die muss Schildetal nicht allein stemmen. Firchau: „Das Land MV stellt aus seinem Alleenfonds 21 697 Euro bereit. Das Projekt beinhaltet Bodenanalyse, das Anpflanzen und die Pflege in den kommenden fünf Jahren.“ Die Gemeinde beteiligt sich mit Eigenleistungen. Dazu gehört der Bau von Holzschranken, Düngung mit Naturdung, das Anlegen von Findlingen und Aufstellen von Hinweisschilder zur Allee. Mit etwas Glück kommen alle Anpflanzungen durch und werden in den kommenden Jahrzehnten 40 Blutbuchen und zwei Eichen in der 300 Meter langen Allee ihr Blätterdach entfalten. Eine Naturschönheit, um dessen Bedeutung die Menschen bereits Anfang 1939 wussten. Der damalige Landrat des Kreises Schwerin wies die Blutbuchen als Naturdenkmal aus. Zum Schutz der Bäume verlegte die Gemeinde 1992 die öffentliche Straße außerhalb der Allee. Dafür stellte Familie Booth aus Renzow die nötigen Flächen zur Verfügung, ebenso die ackerseitigen Bereich zum Schutz der Bäume.


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