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Lärmbelästigung : Nachts ist selbst ein Kühlschrank zu laut

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher beschwerten sich über nächtliche Ruhestörung. Bis zu 5000 Euro können fällig werden

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 06:30 Uhr

Mitten in der Nacht gegen 24 Uhr ertönt ein lautes Hupen in Gadebusch. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses bestehend aus fünf Wohnungen in der Friedrich-Schiller-Straße sind hellwach. Nachdem das Geräusch verstummt, versuchen die Männer und Frauen erneut den Schlaf zu finden. Doch dies erscheint aussichtslos, denn genau eine Stunde später ertönt erneut dasselbe Geräusch – die Alarmanlage eines Autos. So geht es nun im Stundentakt weiter bis etwa 4 Uhr des frühen Morgens. „Ungefähr 14 Tage ging dieses Spiel so“, berichtet Anwohner Jürgen Lange unserer Zeitung.

„Begonnen hat dies, nachdem ein Mann zu seiner Freundin gezogen ist“, so Renate Groß weiter. Gespräche mit dem Verursacher des Lärms, die Anlage umzustellen, hätten nichts bewirkt. Da erschien den Bewohnern des Hauses nur noch der Gang zum Ordnungsamt als Lösung. Dieses setzte sich, so Ordnungsamtsmitarbeiter Christoph Entelmann, direkt mit dem Mann in Verbindung. „Bei den lärmenden Geräuschen handelte es sich um einen Defekt an dessen Auto. Um diesen beheben zu lassen, musste der Mann wohl lange auf einen Termin in der zuständigen Werkstatt warten, somit zog sich die Schadensbehebung über einen längeren Zeitraum hin“, klärt Entelmann auf.

Generell gilt, dass in sogenannten Mischgebieten in der Zeit von 22 bis 6 Uhr die Lautstärke einen Wert von 45 Dezibel nicht überschritten werden darf, so der Gadebuscher Amtsleiter Andreas Lausen. Nach 22 Uhr sei es dann zulässig, eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Zum Vergleich: Kühlschrankgeräusche aus einem Meter Entfernung und ein normales Gespräch haben bereits einen Lautstärkepegel von 50 Dezibel.

„Bei einer vorübergehenden Ruhestörung ist der direkte Kontakt mit dem Nachbarn am zielführendsten“, sagt Juliane Kadow von der Polizeiinspektion Wismar. Grund dafür sei, dass es sonst häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten komme. Sollte die Ruhestörung aber über einen längeren Zeitraum anhalten sowie „unzumutbar sein, können zuständige Behörden eingeschaltet werden“, informiert Juliane Kadow.

Zuständig in diesen Fällen ist zunächst das Ordnungsamt. „Zuerst werden beide Parteien zu uns geladen, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen und vielleicht den vorherrschenden Streit zu klären“, erklärt Andreas Lausen. Außerhalb der Öffnungszeiten des Amtes kann in akuten Fällen die Polizei gerufen werden, so der Ordnungsamtsleiter.

Als Mieter kann man sich ebenfalls an seine zuständige Wohnungsgesellschaft oder -genossenschaft wenden. „In erster Linie gelten dabei aber die gesetzlichen Regelungen“, sagt Heike Post von der Wohnungsgesellschaft Radegasttal mbH. Sollte eine gütige Einigung nicht möglich sein, könnte es nach Abmahnungen bis hin zu einer Kündigung des Mietverhältnisses kommen. „Dafür benötigt man dann ein Lärmprotokoll mit Uhrzeit, Art des Lärms und Auswirkungen sowie die Aussage eines Zeugen, der sich ebenfalls gestört fühlt“, klärt Heike Post auf. Die kann ebenfalls Bestandteil eines möglichen Prozesses sein. „Eine solche Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden“, stellt Polizistin Juliane Kadow klar.

In der Gadebuscher Friedrich-Schiller-Straße sei der Lärm mittlerweile kein Problem mehr, berichtet Anwohnerin Renate Groß. Auch die erforderlichen Unterlagen für das Amt habe der Mann eingereicht, so Ordnungsamtsmitarbeiter Entelmann.

 

 

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