Nach Konzertwochenende in Rehna : Nachbesserung beim Open Air

Aufgrund eines möglicherweise defekten Toilettenwagens wurde die Abwasserleitung gekappt.
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Aufgrund eines möglicherweise defekten Toilettenwagens wurde die Abwasserleitung gekappt.

Anwohner von betrunkenen Festbesuchern belästigt. Veranstalter kündigen bessere Aufsicht bei Großveranstaltung an

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06. August 2016, 05:00 Uhr

Es war die schönste Party des Jahres: Tausende Gäste feierten mit Matthias Reim, Michelle und der Schlagermafia das Sommer Open Air auf dem Reitplatz. Ein Sommertraum - allerdings mit einem kleinen Beigeschmack. Grund: Bewohner angrenzender Grundstücke und Anwohner des Milchsteigs fühlten sich von stark alkoholisierten Gästen in Teilen belästigt. Des Weiteren sorgte ein technischer Defekt an einem Toilettenwagen für reichlich Diskussionsstoff.

Veranstalter Matthias Mack ist nicht erfreut über derartige Kritik, stellen muss er sich dieser als Veranstalter sowie Kommunalvertreter in Rehna dennoch. Er zeichnet mit Bruder Michael für das Open Air verantwortlich. Das sieht Andreas Kesseboom ganz deutlich: „Von der Party ausgeschlossene Randalierer versuchten unter anderem über unser Grundstück zurück aufs Open-Air-Gelände zu kommen. Auf Fragen, was sie hier wollen, wurden Drohungen geäußert.“ Das sei unangenehm für die Anwohner. Michael Maack sieht die Veranstalter bei derartigen Randerscheinungen nicht unmittelbar in der Pflicht. In einer Nachbetrachtung auf dem Reitsportplatz macht er deutlich: „Diese Leute werden vom Platz begleitet und damit ist die Sache für uns erledigt.“

Die betroffenen Bürger im Milchsteig sehen dies anders, denn erst durch ihr Eingreifen wurde das Sicherheitspersonal und die Polizei auf die Fälle aufmerksam. Reagiert hätten sie allerdings nicht umgehend, meint Kesseboom: „Bis zum Eintreffen der Polizei hatten wir die Lage glücklicherweise geklärt. Wir sehen von einer Anzeige ab, da einer der Beteiligten einsichtig war und den Schaden regulierte.“ Aber es müsse doch allen klar sein, wenn so etwas auftrete, sei die gute Laune vorbei. Hinzu kommt: Weitere Festbesucher nutzten die Gartenzäune als Pissoir. Niemand habe sich dafür interessiert. „Das Sicherheitspersonal schaute nur unten auf dem Platz.“ Vergeblich habe man die urinierenden Gäste auf ihre Unart hingewiesen und dafür Beleidigungen kassiert.

Ähnliche Geschichten erlebte Nachbar Karsten Luschnat: „Wir haben die Leute darauf aufmerksam gemacht, die Toilette zu nutzen.“ Anschließend sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. „Wir wurden persönlich angegriffen und mussten uns verteidigen.“ Ähnliche Begegnungen gab es zur Straßenseite zum Milchsteig, wo angetrunkene Gäste auf ihr Taxi warteten, in den Vorgärten das kleine Geschäft verrichteten.

Nancy Schönenberger, Sprecherin der Polizeiinspektion, bestätigte gegenüber der SVZ einen Einsatz im Milchsteig: „Hinweise von Anwohnern gingen gegen 1.45 Uhr am Sonntag ein.“ Man sei vor Ort gewesen. Von einer Anzeige wurde abgesehen. „Wir nehmen die Beeinträchtigungen zu Protokoll und werden im Vorfeld weiterer Veranstaltungen mit den Organisatoren und Anwohnern sprechen“, so Schönenberger.

Rehnas Haupt- und Ordnungsamtsleiter Bernd Karnatz verdeutlichte, ordnungsrechtlich alle Vorkehrungen getroffen zu haben: „Der Milchsteig war nur für Anwohner und Taxis befahrbar.“ Bei aller Kritik wünscht sich Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg ein wenig mehr Akzeptanz von den Anwohnern: „Es ist unser Festplatz und wir als Kommune haben dort investiert.“ Dazu gehört eine 6000-Euro-Abwasseranlage, in der die Toilettenwagen entwässern. In einem Fall reichte nach bisherigen Untersuchungen der Wasserdruck nicht, um die komplette Wegstrecke zu bewältigen. „Woran das lag, müssen wir untersuchen. Uns blieb als einzige Möglichkeit, den Schlauch zu kappen“, sagt Maack.

Anfang September wird es einen Technikcheck geben. Darüber hinaus sichert Matthias Maack für das nächste Event effiziente Kontrollen an den Grundstücken zu. Ein Miteinander, wie es sich die Anwohner wünschen, denn sowohl Organisatoren als auch Anlieger sehen das Open Air als Gewinn für die Region. 

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