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Gadebusch : Nach Schließung: Post gerät in Zugzwang

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Nach der Schließung des Einkaufszentrums inklusive einer Postfiliale wegen Statikproblemen wollen sich viele nicht mit Alternativen in Lützow oder Rehna zufrieden geben. Sie fordern, dass rasch eine Lösung gefunden wird.

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2012 | 07:58 Uhr

Gadebusch | Nach der Schließung des Einkaufszentrums inklusive einer Postfiliale wegen Statikproblemen wollen sich viele Gadebuscher nicht mit Alternativen in Lützow oder Rehna zufrieden geben. Sie fordern von der Deutschen Post, dass in der Stadt Gadebusch rasch eine Lösung gefunden wird. "Es muss doch hier möglich sein, innerhalb von 24 Stunden eine Postfiliale zu eröffnen. Es gibt hier viele ältere Menschen, die nicht mobil sind und auch nicht in andere Orte fahren können. Es stehen hier genügend Geschäfte leer", meinte der Gadebuscher Max Jähler am SVZ-Lesertelefon. Für den 71-Jährigen ist die Bitte der Post, dass Kunden nach Lützow oder Rehna ausweichen sollen, nicht akzeptabel. Eine Lösung für Gadebuscher müsse kurzfristig über die Bühne gehen, fordert Max Jähler.

Die Partnerfilialen der Post in Lützow und Rehna verzeichnen seit der Schließung des Gadebuscher Einkaufsmarktes einen Kundenzulauf. "Es gibt einen leichten Anstieg der Kundenzahl. Sie kaufen vor allem Briefmarken oder wollen Geld auf ihr Postbankkonto einzahlen", sagt Henry Wanzenberg vom Rehnaer Edeka-Markt. Auch Claudia Rudolph von der Post-Partnerfiliale in Lützow bestätigt, dass Gadebuscher Pakete und Einschreiben in das benachbarte Dorf bringen. "Bockig war noch keiner. Aber wir können auch nichts dafür, dass Gadebusch geschlossen ist", sagt Rudolph.

Mit den Ausweichstandorten Lützow und Rehna schien die Deutsche Post zunächst leben zu können. "Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund einen Container anzumieten und wir können ad hoc auch keine Lösung aus den Hut zaubern. Wir sind genauso Opfer der Situation wie der Betreiber der Postfiliale", sagte Pressesprecherin Maike Wintjen. Als sie gestern mit Leser-Kritik konfrontiert wurde, kündigte Wintjen an, dass die Deutsche Post in Ruhe eine Lösung prüfen werde.

Seit Mittwoch Mittag ist in Gadebusch das Einkaufszentrum samt Sky-Markt, Postfiliale, Döner-Laden, Bäckerei und Textil-Discounter geschlossen. Grund dafür ist eine vom Landkreis verhängte Sperrung. Das zuständige Bauordnungsamt sprach "von gravierenden Problemen" mit der Statik. Nach Angaben des Landkreises wurden horizontale als auch vertikale Verschiebungen im Stahlbeton festgestellt. Frühestens Ende September soll das Einkaufszentrum bei optimal laufender Sanierung wieder eröffnet werden.

Die Gadebuscher Hoch- und Tiefbau GmbH (HTG) hatte das Einkaufszentrum einst als Generalunternehmen errichtet. Das Unternehmen stellt gestern klar: "Schon als wir das gebaut haben, reichten wir schriftlich Bedenken ein. Wir haben im Rahmen unserer Sorgfaltspflicht darauf hingewiesen, dass es zu nicht normgerechten Setzungen kommen kann."

Hauptmieter Coop, zum Unternehmen gehört der Sky-Markt, bedauert die derzeitige Situation. Unternehmenssprecherin Anika Spallek: "Wir sind darauf angewiesen, dass die Eigentümerin alles erdenkliche hinsichtlich Standsicherheit und Stabilität des Gebäudes unternimmt, damit wir den Betrieb wieder aufnehmen können."

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