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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 13:08 Uhr

Gadebusch : Nach Regen droht Ernteverlust

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Doppelt so hoher Niederschlag im Juni sorgt für nasse Äcker, abgeknickte Ähren, flach gelegte Halme und Pilzbefall des Korns

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 03:55 Uhr

Die Bauern in Nordwestmecklenburg und der gesamten Region sind beunruhigt: Bleibt es jetzt endlich trocken? Denn der Regen der vergangenen Tage lässt die bisherigen Erwartungen auf eine gute Ernte bei Gerste, Raps und Weizen schon wieder sinken. „Es ist doppelt so viel Niederschlag gefallen als sonst im Juni üblich: 160 statt 80 Millimeter“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, Petra Böttcher auf Nachfrage der SVZ. Das sei ein Rekordwert der letzten 15 Jahre.

Durch den vielen Regen saugen sich die Ähren des Korns voll, werden schwer und knicken ab. Kommt dann noch starker Wind hinzu, legt es dazu noch die Halme flach. Besonders die Gerste ist davon aktuell betroffen. „Die ersten Landwirte wollen schon dreschen, weil die Gerste reif ist, doch momentan kommt man kaum auf die Felder rauf, weil es so nass ist“, beklagt Uwe Kruse von der Agrargenossenschaft Köchelstorf eG. Entscheidend sind die kommenden 14 Tage, in der Zeit muss die Gerste eingefahren werden. „Wenn es in dieser Zeit nass ist, haut es richtig ins Kontor: Die Felder sind schwer zu befahren, denn die Gerste nimmt keine Feuchtigkeit aus dem Boden mehr auf, die Ähren sind Abgeknickt und im schlimmsten Fall liegen sie ganz am Boden. Dann kann sie der Mähdrescher nicht mehr aufnehmen“, so Kruse. Auch das Stroh, welches fürs Vieh gebraucht werde, sei dann minderwertig oder gar nicht zu verwenden. Und zu guter Letzt müsse das Korn in die Trockenkammer, was zusätzlich Geld kostet, so der Landwirt.

Alarm schlägt auch Peter Borchert aus Pogez bei Carlow: „Mir macht vor allem der Weizen sorgen. Der ist von Fusarium befallen!“ Dieser Pilz sorgt dafür, dass das Korn nicht allein die Qualitätsanforderung für Brotweizen nicht erfüllt. Es kann auch nicht mehr als Futtergetreide verwendet werden – es ist schlichtweg nicht mehr vermarktungsfähig und sorgt damit für einen Totalverlust bei dem betroffenen Bauern. „Das ist dieser anhaltenden Nässe jetzt im Reifungsprozess zuzuschreiben“, sagt Borchert. Er habe schon längst seine Erwartungen einer guten Ernte nach unten geschraubt.

2010 und 2011 seien auch solche Jahre gewesen, erinnert sich Uwe Kruse aus Köchelstorf. Damals habe auch das Korn sehr gut auf dem Halm gestanden und sei durch den dann in der Erntezeit einsetzenden Regen zunichte gegangen.

Bleibt die Hoffnung auf den Raps, der zwischen Gerste im Juli und Weizen ab Ende August geerntet wird: „Auch hier rechnen wir nach derzeitigem Stand mindestens mit 20 bis 30 Prozent Minderertrag aufgrund des doch sehr hohen Schädlingsbefalls“, teilt Petra Böttcher mit. Grund sei in ihren Augen das seit 2014 geltende Verbot, die Rapssaat zu beizen. Hinzu komme, dass auch der Raps zum Teil durch den Starkregen niedergelegt wurde.

Angesichts dieser Situation hoffen die Landwirte nun auf trockenes, möglichst sonniges Wetter, um vom guten Ansatz der Feldfrüchte noch was zu haben.

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