Friseursalon in Lützow : Nach Feuer: Friseurin gibt nicht auf

<strong>Von außen ist der Salon </strong>noch gut. Der Innenraum und der komplette Dachstuhl müssen erneuert werden. <foto>Marie Boywitt</foto>
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Von außen ist der Salon noch gut. Der Innenraum und der komplette Dachstuhl müssen erneuert werden. Marie Boywitt

Seit zehn Jahren ist die Friseurmeisterin Andra Siebeck selbstständig. Vor fünf Jahren eröffnete sie ihren eigenen kleinen Friseursalon in Lützow. Ein Feuer zerstörte diesen, doch die Friseurin gibt nicht auf.

svz.de von
18. Januar 2013, 08:19 Uhr

Lützow | "Es war schrecklich mit anzusehen, wie in einer Stunde die gesamte Existenz zerstört wird", sagt Andra Siebeck noch immer sichtlich geschockt. Seit zehn Jahren ist die Friseurmeisterin selbstständig. Seit fünf Jahren hatte sie ihren eigenen Salon in Lützow. Davon ist nicht viel übrig geblieben.

Am Mittwoch vergangener Woche wurde der Friseursalon neben dem Penny-Markt durch ein Feuer verwüstet (SVZ berichtete). Um drei Uhr nachts habe die Polizei Andra Siebeck und ihren Lebensgefährten geweckt und ihnen die schreckliche Nachricht überbracht. "Das war ein Schock, ich wusste gar nicht, was ich machen sollte", so die Friseurin. Den gesamten Mittwoch verbrachte sie auf dem Polizeirevier, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Aber dies war nicht so einfach. "Den ersten Tag war ich schon ganz froh, dass ich zu Hause bleiben konnte, aber ich wollte mich nicht verstecken", so die 38-Jährige. Mit der Unterstützung ihrer Familie und der treuen Kunden konnte sie den Schock auch etwas überwinden. "Als ich das erste Mal wieder zum Bäcker gegangen bin, haben die Leute mich gleich gefragt, wie es mir geht und ob ich weiß, wie ich weiter machen will", erzählt Siebeck. Aus diesen Gesprächen mit ihren Kunden hat sie Motivation gefasst, weiter zu arbeiten. "Ich danke meinen Kunden sehr, dass sie an mich glauben, mir vertrauen und mir gegenüber so treu sind", sagt die Friseurin gerührt. Und der Plan ist da, sie möchte den Friseursalon wieder neu aufbauen. Deshalb bleiben auch alle Gutscheine weiterhin gültig.

Auch wenn die Ermittlungen der Polizei noch nicht vollständig abgeschlossen sind, so hat sie doch einen Wunschtermin für die Neueröffnung. "Ich würde meine Türen gerne Ende März oder Anfang April wieder öffnen", so Siebeck. Sie selbst bekomme nicht viel von den Ermittlungen mit und möchte es auch gar nicht, nur arbeiten, das möchte sie. "Ich brauche diesen Rhythmus einfach. Ich bin nun mal ein Arbeitsmensch. Mit dieser ganzen Zeit, die ich jetzt habe, weiß ich gar nichts anzufangen", sagt die Friseurin schmunzelnd. Auch deshalb trainiere sie die Jungen und Mädchen der Lützower Schule weiterhin jeden Montag im Handball. "Es ist zum einen eine gute Ablenkung und zum anderen bringt es mir und meiner Familie auch ein wenig Normalität", erklärt Siebeck.

Bereits ein Gutachter der Versicherung hat sich den abgebrannten Friseursalon angesehen. "Ich bin froh, dass mich auch die Versicherung und Verwaltung so gut unterstützt", so die 38-Jährige. Noch wisse sie nicht, wie der neue Salon aussehen soll. "Der alte Salon war mein Traumladen, aber es muss jetzt nun mal weitergehen." Eins ist aber klar: "Mit den treuen Kunden an meiner Seite, kriege ich das hin."

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