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Auch Dechower Bürgermeister spricht von Abzocke : Nach Blockade: Schilderwald gelichtet

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Nach der Blitzer-Blockade ist der Schilderwald zwischen Utecht und Thandorf gelichtet worden. Autofahrer können dort wieder zwischen 60 und 80 km/h fahren und müssen nicht mehr das Tempo auf zum Teil 50 km/h reduzieren.

svz.de von
erstellt am 28.Jun.2013 | 06:38 Uhr

Utecht | Nach der Blitzer-Blockade ist der Schilderwald zwischen Utecht und Thandorf teilweise gelichtet worden. Autofahrer können dort wieder zwischen 60 und 80 km/h fahren und müssen nicht mehr das Tempo auf zum Teil 50 km/h reduzieren. Nach Angaben des Landkreises müssen Kraftfahrer in wenigen Wochen allerdings erneut mit Einschränkungen rechnen. "Ab Mitte Juli wird die Reduzierung auf 50 km/h wieder erfolgen, da dann die Bauarbeiten am Radweg weiter geführt werden sollen", kündigt Nordwest mecklenburgs stellvertretender Landrat, Gerhard Rappen, an.

Der Schilderwald entlang der K5 hatte in diesen Tagen für mächtigen Ärger bei Autofahrern gesorgt. Als der Landkreis Nordwestmecklenburg dann auch noch einen Blitzer-Trupp in den Schilderwald schickte, kochten die Emotionen hoch. Der stellvertretende Utechter Bürgermeister, Johannes Ellmann, protestierte auf seine Weise: Er stellte seinen Land Rover vor die Messtechnik und sorgte so für eine Blitzer-Blockade. Das wiederum rief die Polizei auf den Plan (SVZ berichtete).

Bereut hat Ellmann seine Aktion bis heute nicht. Gegenüber der SVZ erklärte er gestern: "Ich habe das gemacht, weil ich es als äußerst ungerecht empfand, was dort passierte." Rückendeckung bekommt Ellmann jetzt auch von kommunalpolitischer Seite. "Schön, dass es Bürger gibt, die sich auflehnen. Ich bin auch einer, der ganz laut schreit: Ab zocke, Abzocke, Abzocke!", erkärte gestern Dechows Bürgermeister Jürgen Haupt bei einem Treffen mit Landrätin Birgit Hesse.

Einen ersten Erklärungsversuch, warum es zu dem Schilder-Wirrwarr entlang der K5 kommen konnte, gibt es inzwischen: "Zwischen Utecht und Thandorf wird durch zwei Baufirmen ein Radweg gebaut. Der gesamte Bereich wurde als Baustelle mit Tempo 50 km/h beschildert. Zusätzlich sind Baustellen ausfahrten irrtümlich mit 70 km/h ausgewiesen worden", so der stellvertretende Landrat Gerhard Rappen. Einwohner von Utecht haben eine andere Vermutung: Es könnte schlichtweg vergessen worden sein, die Tempo-50-Schilder nach Ende des ersten Bauabschnitts wegzunehmen. Letztlich schnappte die Radarfalle am Utechter Berg 103-mal zu, 448 Fahrzeuge waren gemessen worden. Es galt: Tempo 50 statt wie gewohnt 60 km/h.

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