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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 00:49 Uhr

Rögnitz : Nach 21 Jahren ist definitiv Schluss

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gerhard Wilk legt sein Amt als Bürgermeister nieder

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 00:10 Uhr

Nun soll aber definitiv Schluss sein. Nach 21 Jahren legt Gerhard Wilk am 1. März sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde Rögnitz nieder. „Einmal muss es ja sein“, sagt Wilk.

Gerhard Wilk ist 82 Jahre alt und seit 1990 als Bürgermeister für Rögnitz aktiv. 2009 beschloss er schon einmal, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Doch dann kam alles anders als gedacht. Fünf Jahre später fand sich plötzlich niemand mehr, der Bürgermeister von Rögnitz werden wollte, also ließ sich Wilk noch einmal überreden. „Ich habe aber damals schon gesagt, dass ich das nur noch für zwei Jahre mache.“

Gerhard Wilk pflegt seine kranke Frau, erzählt er. Deshalb sei nun definitiv Schluss und Rögnitz wählt aller Voraussicht nach am 4. September, parallel zu den Landtagswahlen, einen neuen Bürgermeister.

„Es ist komplizierter geworden“, sagt Gerhard Wilk rückblickend, und bürokratischer. Und teurer. Vor allem das ärgert den 82-Jährigen: „Wir sparen hier, damit wir keine Schulden machen müssen und dafür werden dann für Millionen Kreisverwaltungen und Parkplätze gebaut.“ Das könne nicht sein.

Eines stand für den ehemaligen LPG-Vorsitzenden immer an erster Stelle: Ökonomie. Man kann nicht mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Nicht jedem hat diese Sparsamkeit gefallen, doch Wilk ist stolz auf diese Leistung. „Wir haben nicht einen Cent Schulden. Das ist ein schönes Gefühl.“

1935 kommt Gerhard Wilk als Einjähriger mit seinen Eltern nach Rögnitz. Sie haben eine Bauernstelle gekauft und bewirtschaften 35 Hektar Land. Von schweren Zeiten spricht Wilk, wenn er an diese Zeit zurückdenkt. Besonders nach dem Krieg. Mit 35 Hektar gelten seine Eltern als Großbauern, ihr Land wird in die LPG integriert. In den 70er Jahren wird Gerhard Wilk dann deren Chef. „Ich habe mich mit allen gut verstanden“, sagt er. Deshalb sei er 1990 auch gebeten worden, als Bürgermeister für die Gemeinde zu kandidieren. „Es hat richtig Spaß gemacht.“

Wichtigste Aufgabe damals: Die Straßen sanieren. „Alle Ortsteile haben neue Straßen“, sagt Wilk. Die Feuerwehr wurde abgeschafft, weil sie für die kleine Gemeinde komplett unrentabel gewesen sei. Und es hätten sich auch kaum noch Freiwillige gefunden. Gadebusch übernimmt nun diese Aufgabe. Auch das gehört zum Vermächtnis von Gerhard Wilk. „Ich bilde mir ein, etwas auf die Reihe gekriegt zu haben“, sagt er selber.

Eines aber bedauert er: „Ich war nie in Amerika.“ Da hätte er gerne hinreisen wollen. Stattdessen ging es quer durch Europa. „Wir waren in jedem Land. Nur Finnland haben wir nicht geschafft.“ Die Wilks sind mit dem Kreuzfahrtschiff durchs Mittelmeer gekreuzt, mit dem Zug unterwegs gewesen und dem Auto.

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