Gadebusch : (N)ostalgie im Gymnasium

Neben zahlreichen Besuchern schaute sich auch Grenzhus-Leiter Dr. Andreas Wagner (M.) die Arbeiten der Zehntklässler des Gadebuscher Gymnasiums an.
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Neben zahlreichen Besuchern schaute sich auch Grenzhus-Leiter Dr. Andreas Wagner (M.) die Arbeiten der Zehntklässler des Gadebuscher Gymnasiums an.

Zehntklässler zeigen ihre Gedanken zu Vorurteilen zwischen Ost- und Westdeutschland

svz.de von
17. Mai 2018, 05:00 Uhr

Selbst kennen die Zehntklässler des Gadebuscher Gymnasiums den Mauerfall und die DDR nur aus Büchern, Filmen und Dokumenten. In einem zum dritten Mal durchgeführten Projekt in Zusammenarbeit mit dem Schlagsdorfer Grenzhus und Künstlerin Renate Schürmeyer versuchten die Schüler frühere und derzeitige Vorurteile zwischen den den Bewohnern der ehemaligen BRD und der DDR zusammenzutragen, aufzuzeigen und abzubauen. „Mauern im Leben, Mauern im Kopf“ lautete dazu das Thema.

„Ich bin der Meinung, dass es keine Mauern im Kopf, sondern Vorurteile sind. Und ich glaube, die Begriffe Ossi und Wessi, die ja schon viele Vorbehalte in sich tragen, sind erst mit der Wende 1990 entstanden“, erklärte Schulleiter Ingolf Litzner in seiner Eröffnungsrede. Dem pflichtete auch der Leiter des Schlagsdorfer Grenzhus, Dr. Andreas Wagner, bei. Er hatte die Zehntklässler bei diesem Projekt unterstützt und sie unter anderem durch das Grenzhus und seine Außenanlagen geführt, um ihnen einen Einblick in die frühere Wirklichkeit zu verschaffen. Zugleich lobte er die kreative Zusammenarbeit mit den Schülern, die anschließend drei Tage lang an ihren Projekten bastelten. Am Dienstagabend stellten sie die fertigen Objekte im Foyer des Gymnasiums aus und machten sie so der Öffentlichkeit zugänglich. „Es war für mich sehr spannend zu erleben, wie die Schüler die Vergangenheit entdeckt und tatsächliche Vorbehalte aufgezeigt haben“, sagte Wagner.

Für die Schüler Luca Malz, Jakob Bünger, Fynn Oldenburg, Alexander Pankow und Niklas Schauerhammer war das Herausfinden von Vorurteilen heute und damals ebenfalls die primäre Aufgabe ihres Projektes. „Wir haben aus Styropor eine riesige Deutschlandkarte ausgearbeitet und anschließend den früheren Zaun dargestellt“, erklärte Niklas Schauerhammer. Im gefalteten Zustand sahen Betrachter die Vorurteile vor der Grenzöffnung, beim Auseinanderziehen, also der Öffnung der Grenzlinie, waren Vorurteile zu sehen, die laut der Recherchen heute noch bestehen.

„Ich finde diese Arbeit sehr interessant. Nicht nur das Ausarbeiten der Vorurteile, sondern auch der Gedanke mit der Öffnung der Grenze und dem Auseinanderziehen der gedachten Papiergrenze im Projekt sind toll geworden“, lobte Andreas Wagner die Arbeit der fünf Schüler vom Gadebuscher Gymnasium.

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