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Werftstandort Wismar : MV Werften übergeben erstes Schiff

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mutter-Vorstand sieht trotz Millionen-Verlusten bei Genting für MVW positiv in die Zukunft. Colin Au: „Es gibt keinen Grund zur Sorge.“

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Eine große Party sollte es werden, die gestrige Übergabe des Flusskreuzfahrtschiffes „Crystal Bach“ von MV Werften an den neuen Eigner, die US-amerikanische Luxusreederei Crystal River Cruises. Das erste Schiff unter MVW-Flagge überhaupt. Doch die Meldung vom Vortag aus der Genting-Zentrale in Hongkong über Millionen-Verluste des Mutter-Konzerns drückte gestern auf die ansonsten gute Stimmung in Wismar. Grund genug für den Genting-Vorstand, etwaige Zukunftsängste so gut es geht zu vertreiben.

„Es gibt keinen Grund zur Sorge“, erklärt Colin Au im Gespräch mit der SVZ. Das Vorstandsmitglied der Genting-Gruppe verweist in dem Zusammenhang auf die Geschichte des Baus von Kreuzfahrtschiffen in der Werftstadt. Immerhin seien hier die beiden ersten Aida-Kreuzfahrer gebaut worden. An diese Tradition wolle das Unternehmen anknüpfen. „Die Menschen hier sollten stolz sein, schon bald Kreuzfahrtschiffe für den chinesischen Markt bauen zu können“, so Colin Au weiter. Der Bau der insgesamt vier Flusskreuzfahrtschiffe und die Auslieferung der „Crystal Bach“ seien dazu nur der erste wichtige Baustein.

Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für den Bau von Schiffen der „Global Class“. Das Größte, was die Werft in Wismar jemals herausgebracht hat: Ozeanriesen mit über 340 Metern Länge und 46 Meter Breite, eigens für den wachsenden asiatischen Kreuzfahrtmarkt konzipiert, für jeweils über 5000 Passagiere in 2400 Kabinen.

„Es gibt 200 Millionen Chinesen, die sich eine Kreuzfahrt leisten können. Das heißt, dieser Markt benötigt in den nächsten 15 Jahren circa 30 bis 40 Kreuzfahrtschiffe“, rechnet Au vor. Und die wolle man bei MV Werften bauen. Genug Arbeit also für eine lange Zeit.

Und auch von Natur aus eher skeptisch agierende Arbeitnehmervertreter reihen sich ein in die rosarot gemalte Werften-Zukunft von Mecklenburg-Vorpommern. „Ich sehe doch, dass es weitergeht. Bereits im September wird das zweite Flusskreuzfahrtschiff übergeben, die beiden anderen folgen im Winter“, sagt Ines Scheel. Und auch die von Vorstandsseite angesprochene „Global Class“ nehme nach Aussage der Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der drei MVW-Standorte Wismar, Rostock und Stralsund bereits Formen an. Die ersten Einkaufsverträge seien abgeschlossen, die Konstruktion für die Luxus-Megaliner arbeite bereits, ständig würden neue Mitarbeiter eingestellt. Genting habe bisher alle Zusagen, auch was Personal und Investitionen an allen drei Standorten beträfe, eingehalten. Die am Vortag der Schiffsübergabe veröffentlichte Gewinnwarnung sei ein üblicher Vorgang, kein Grund zur Beunruhigung, weder bei den Menschen in der Region, noch bei den derzeit 1400 Beschäftigten.

Die heute ausgelieferte „Crystal Bach“ ist 135 Meter lang, 11,4 Meter breit und wurde speziell für Flusskreuzfahrten durch Europa konzipiert. Bis zu 106 Passagiere finden in 55 geräumigen Balkonsuiten Platz. Die Überführung von Wismar über den Nord-Ostsee-Kanal in die Niederlande ist für Sonntag, den 6. August geplant. Die Jungfernfahrt führt ab 13. August von Amsterdam nach Frankfurt/Main.

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