Pegasus-Verein : Musiker haben Angst um ihr Vereinshaus

Vereins-Geschäftsführer Andreas Kruse: „Wir befürchten das Schlimmste.“
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Vereins-Geschäftsführer Andreas Kruse: „Wir befürchten das Schlimmste.“

Gadebuscher Bürgermeister dementiert Verkaufspläne und will sich kein Denkverbot auferlegen lassen

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12. April 2015, 23:25 Uhr

In der Stadt Gadebusch gibt es Spekulationen um die zukünftige Nutzung des ehemaligen Schützenhauses. Vor allem Mitglieder des Pegasus-Vereins fürchten, dass ihre Heimstätte von der Stadt verkauft werden könnte und sie ein weiteres Mal umziehen müssen.

Während Bürgermeister Ulrich Howest Ängste nehmen will, gehen Vereinsmitglieder davon aus, dass an den Spekulationen etwas dran sein könnte. „Wir befürchten das Schlimmste, dass also das ehemalige Schützenhaus verkauft wird“, sagt der Vereinsgeschäftsführer Andreas Kruse. Dabei sei der jetzige Standort ideal. Das Gebäude biete mit mehreren kleineren Proberäumen und einem Saal sehr gute Bedingungen.

Dem Kunst- und Kulturverein Pegasus gehören derzeit 41 Mitglieder an. Hinzu kommen mehr als 100 Musikschüler, die beispielsweise ein Instrument erlernen oder Gesangsunterricht nehmen.

Auch Gadebuschs stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Schafranski ist Mitglied dieses Vereins – und um die Zukunft der Vereinsstätte besorgt. „Möglicherweise sollen Tatsachen geschaffen werden, ohne Alternativen vorbereitet zu haben“, sagt Ingrid Schafranski. Sie vermutet, dass der bauliche Zustand des Gebäudes schlecht geredet werden solle. Dabei sei das ehemalige Schützenhaus Anfang der 1990er-Jahre grundsaniert worden.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest erklärte auf SVZ-Anfrage, dass an dem Gebäude einiges zu machen sei. „Wasser ist im Keller, das Dach weist Schäden auf“, macht das Stadtoberhaupt klar. Er betont aber auch: „Der Verein braucht keine Sorge zu haben, heimatlos zu werden. Es gibt keine Pläne für einen Verkauf. Wir wollen uns aber auch kein Denkverbot auferlegen.“ Für die Stadt ist die Bewirtschaftung des ehemaligen Schützenhauses derzeit ein Minusgeschäft. Betriebskosten von knapp 10 000 Euro hätten Einnahmen von 6900 Euro gegenüber gestanden, rechnet Howest vor.

Die Diskussionen um das ehemalige Schützenhaus bereitet nicht nur den Vereinsmitgliedern Sorge, sondern auch Bürgern wie Olaf Wiegel. „Der Pegasus-Verein leistet seit Jahren eine hervorragende Kinder- und Jugendarbeit. Das Blasorchester und auch das Schrottorchester sind wichtige Botschafter über die Stadtgrenzen hinaus“, meint Olaf Wiegel aus Wakenstädt.

Besorgt ist auch der Gadebuscher Marco Kern. Er verfügt über einen Vertrag mit der Stadt und veranstaltet Tango-Tanzabende im ehemaligen Schützenhaus. „Seit September 2014 kämpfe ich darum, Milonga-Partys zu etablieren. Inzwischen kommen auch Tangofans aus Ratzeburg, Lübeck, Schwerin, Schönberg und Wismar zu uns, um hier in Gadebusch zu tanzen. Sie sind zwischen 13 und 70 Jahre alt“, sagt Marco Kern.  

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