Megawindpark bei Gadebusch : Münzstadt weiter unter Wind

Computeranimation: Aussichten wie diese - Blick über die Ellerbäk zur B 104 - möchte die Interessengemeischaft verhindern und setzt auf die Unterstützung aller Gadebuscher.
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Computeranimation: Aussichten wie diese - Blick über die Ellerbäk zur B 104 - möchte die Interessengemeischaft verhindern und setzt auf die Unterstützung aller Gadebuscher.

Interessengemeinschaft macht mobil: Neues Informationsbüro und Infostände. Bürgermeister Ulrich Howest warnt vor Missachtung des Bürgerwillens

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23. März 2016, 05:00 Uhr

„Misch dich ein - Deine Heimat “ unter dieser Überschrift wirbt die Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ um weitere Unterstützung zur Verhinderung eines Megawindparks auf 153 Hektar vor den Toren von Gadebusch. Der Windpark ist Bestandteil der Raumordnungsplanung. Bis zum 30. Mai haben Bürger die Chance, ihre Bedenken noch zu äußern, ein Umdenken herbeizuführen.

Als neue Anlauf- und Beratungsstelle gibt es seit dem gestrigen Nachmittag ein eigens dafür eingerichtetes Büro in der Johann-Stelling-Straße Nummer 9. Es handelt sich um das Gebäude der ehemaligen Schmiede Wendlandt.

Für die Gadebuscher ein historischer Ort, dessen Werkstatt wegweisende Produkte verließen. Ein Ort, wo die Gadebuscher nun ihre Zukunft schmieden wollen. „Es geht es um fundierte Begründungen, die einen weiteren Windpark vor den Toren der Stadt Gadebusch verhindern sollen“, sagt Wolfgang Schröder. Der Wakenstädter gehört zum Organisationsteam der Interessengemeinschaft. Gemeinsam mit Elli Brusch eröffnete er gestern das Büro. „Jeder einzelne Bürger muss zum Windkraftprojekt seine Stellungnahme abgeben“, sagt und wünscht sich Wolfgang Schröder. Das sei notwendig, um gegenüber dem Planungsverband ein deutliches Zeichen zu setzen.

An Informationsmaterial zum Thema fehlt es nicht: „Wir informieren über sämtliche Planungen zu Windkraftgebieten in Westmecklenburg. Was niemand wahrgenommen hat, ist beispielsweise ein neuer Suchraum zwischen Gadebusch und Roggendorf“, sagt Elli Brusch. Direkt zwischen der Abfahrt Ganzow und dem Wäldchen mit dem Hinweisschild „Unesco Biosphärenreservat Schaalsee“ bei Roggendorf sollen nach dem Willen von Windkraftindustrie und Schweriner Politikern trotz ablehnender Haltung der Bevölkerung weiter Windkraftanlagen gesetzt werden.

Wie sich 230 Meter hohe Windkraftanlagen auf das Stadtbild und möglicherweise auf die Lebensqualität in Gadebusch auswirken, zeigen Bilder und Collagen im Büro. Eine freie Sicht über die Ellerbäk und aus den Häusern der Erich-Weinert-Straße wird es demnach nicht mehr gegeben.

Ein Szenario, wie es sich Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) nicht wünscht. Anlässlich der Eröffnung des Beratungsbüros macht er deutlich: „Die Position der Stadt ist seit Ende 2014 klar formuliert. Wir wollen keine weiteren Windkraftanlagen.“ Es sei ein verpflichtender Beschluss, den er als Bürgermeister umsetzen wolle. Folglich begrüßt Howest die Eröffnung des Informationsbüros. Howest weiter: „Die neue Planung ist weder maßvoll noch vertretbar. Schon gar nicht, wenn Landeigentümer im Schnitt 75 000 Euro je Anlage im Jahr an Pacht erhalten und die Bevölkerung die Zeche zahlt.“ Da müsse man sich nicht über schlechte Wahlergebnisse wundern.

Elli Brusch und Wolfgang Schröder bieten Hilfe an: „Die Leute können zu uns kommen. Wir unterstützen sie bei der Formulierung ihrer Anliegen.“ Das Büro der Interessengemeinschaft hat dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Des Weiteren wird es Infopunkte am morgigen Donnerstag, 24. März im Rewemarkt und am 2. April im Skymarkt in Gadebusch geben.

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