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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. September 2017 | 05:12 Uhr

Rohrbruch in Gadebusch : Münzstadt unter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rohrbruch einer Trinkwasserhauptleitung in der Lübschen Straße. Straßensanierung kann bis zu einer Woche andauern

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 17:00 Uhr

Land unter und das ganz ohne Niederschläge. Barbara Schoepke vom Optiker-Fachgeschäft Wichert schaut mit ernster Miene vor die Tür des Geschäftes. Dort sprudelt seit 15 Minuten das Wasser in kleinen Fontänen aus dem Erdreich. „Gehen sie bloß nicht hinüber“, warnt sie Passanten, die trotz der massiven Wasserflut den Gehweg passieren wollen. Der ist mittlerweile weich wie ein morastiger Boden. Steine heben sich, Erdreich wird ausgespült, dann versinken die Gehwegsteine in den Fluten. Auf der Straße ein ähnliches Bild. Das komplette Granitsteinpflaster scheint sich auf einer Länge von 20 Metern anzuheben.

Es sind die Folgen eines Trinkwasserrohrbruches, der sich heute gegen 14.30 Uhr in der Lübschen Straße ereignete.

Andra Tiedemann-Olk, Sachbearbeiterin für Ordnung und Sicherheit im Amt Gadebusch, und ihr Kollege vom Bauamt, Holger Saupe, koordinieren binnen von Minuten die Absperrung. Doch daran wollen sich scheinbar nicht alle Autofahrer halten. „Halt, halt – fahren Sie zurück“, ruft Tiedemann-Olk einer Fahrerin im Auto zu. Die hatte trotz eindeutiger Lage die provisorische Absperrung und die Wassermassen auf der Straße ignoriert. Das zirka einen halben Meter tiefe Erdloch scheint ihr nicht bedeutsam. Dem freundlichen Hinweis der Amtsmitarbeiterin will sie anscheinend weiter ignorieren, gestikuliert und verlangt auf dem Gehweg vorbeizufahren. „Das ist der tägliche Wahnsinn“, kommentiert Holger Saupe. Die Menschen seien so uneinsichtig. Die Frau im schwarzen Pkw fährt erneut an, sieht den Fingerzeig und die ernste Miene der Amtsmitarbeiter und steuert dann doch ihren Wagen mehr oder weniger gekonnt im Rückwärtsgang.

Barbara Schoepke verfolgt das Geschehen und sagt: „Als der Rohrbruch auftrat, zückten die Leute erst ihr Telefon, machten Bilder. Im Geschäft hat uns niemand darüber informiert.“ Erst als das Wasser in den Laden läuft, wurde die Situation bemerkt.

Während die Gadebuscher Polizei die komplette Absperrung der Straße anordnet, betätigt Zweckverbandsvorarbeiter Elmar Borgwedel den Absperrschieber der Trinkwasserleitung. „Das ist ein klassischer Rohrbruch“, sagt er. Nach bisherigen Erkenntnissen liegt in der Lübschen Straße die alte Asbest-Beton-Wasserleitung aus DDR-Zeiten in zirka 1,40 Metern Tiefe. Einen Zusammenhang mit der im Vorfeld angekündigten Rohrspülung schloss Borgwedel aus: „Wir waren noch in der Steinstraße. Jetzt verschiebt sich der Plan. Der Schaden muss behoben werden.“ Das zuständige Unternehmen TUK sei informiert. „Die Mitarbeiter sind so lange vor Ort, bis die Trinkwasserversorgung wieder hergestellt ist“, sagt Zweckverbandsgeschäftsführerin Claudia Westphal.

Alles deutet damit auf eine Nachtschicht hin. Nach ersten Schätzungen des Bauamtes wird die Lübsche Straße für gut eine Woche gesperrt bleiben. Während der Bauarbeiten wird auf Anforderung des Amtes ein Sachverständiger mit dabei sein. Er soll prüfen, inwieweit womöglich das austretende Wasser den Fundamentbereich des angrenzen Hauses beeinträchtigt haben könnte.

 

 

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