Gadebusch : Münzstadt liebäugelt mit Musikakademie

Auf dem Schlossberg könnte in Zukunft die Musik spielen.
Auf dem Schlossberg könnte in Zukunft die Musik spielen.

Gadebusch treibt die Entwicklungspläne für das Renaissanceschloss weiter voran

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17. März 2018, 05:00 Uhr

Fünf Monate nach dem Erwerb des Gadebuscher Schloss treibt die Münzstadt die Entwicklungspläne zur künftigen Nutzung des historischen Gebäudes weiter voran. So führt die Stadt inzwischen Gespräche mit dem Landesmusikrat MV und der gemeinnützigen Organisation „kultursegel“ zur Ansiedlung einer Kultur- und Musikakademie auf dem Schlossberg
areal. Zuvor hatte bereits die Stadtvertretung eine solche Ansiedlung in Gadebusch befürwortet. Zu diesem Vorhaben äußerten sich inzwischen auch das Präsidium sowie die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates positiv. Seit Jahren gibt es den Bedarf für eine solche Akademie, wie eine jüngst erstellte Bedarfsanalyse erneut ergab.

Mecklenburg-Vorpommern ist inzwischen das einzige Flächenland in Deutschland, das keine derartige Kultur- und Bildungseinrichtung vorhält. Die Akademie würde von Musik- und Kulturschaffenden als Proben- und Seminarort genutzt werden. Ebenso würde sie zum Beispiel eine Reihe an Fort- und Weiterbildungen für Multiplikatoren in der kulturellen Bildung anbieten und ein Ort der Begegnung und des Austausches sein. Verbunden mit dieser Nutzung bedarf es neben Proben- und Seminarräumen auch eines Beherbergungsbetriebs, der im Nutzungskonzept berücksichtigt werden würde.

„Der Standort Gadebusch als Ort für solch eine überregionale wirkende Bildungsakademie würde sich hervorragend in die Metropolregion Hamburg einfügen und ist gleichzeitig für die östlichen Landesteile infrastrukturell gut erschlossen“, sagt Hans-Christoph Struck. Er ist Projektkoordinator für die Sanierung des Schlosses Gadebusch.

Die Vorteile für die Region Westmecklenburg bei einer solchen Nutzung würden aus Strucks Sicht in der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Bereicherung des kulturellen Lebens und einer Erhöhung der Anziehungskraft für den Tourismus bestehen. „Diese zusätzliche Nutzung des Schlossbergareals würde das von der Stadt beschlossene Nutzungskonzept in idealer Weise ergänzen und als Multiplikator für die Entwicklung der gesamten Region wirken. Der zu erwartende Kostendeckungsgrad wäre zudem höher als bei anderen für das Schlossbergareal angedachten Nutzungen“, verdeutlicht Hans-Christoph Struck. Für das weitere Vorgehen müsse nun die Landespolitik gewonnen und einbezogen werden. Gegenwärtig laufe die Kontaktaufnahme zu den dortigen Gremien und Ansprechpartnern.

Der Vorsitzende des Gadebuscher Kulturausschusses kann dem Vorhaben ebenfalls Positives abgewinnen. „Eine Musikakademie auf dem Schlossbergareal wäre wie ein Sechser im Lotto“, sagt Leuchtemann. Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde bereits in Gadebusch über eine solche Schlossnutzung nachgedacht. Damals fand unter anderem die erste Probenphase des Landesjugendorchesters MV im Gadebuscher Schloss statt.

Die Münzstadt hatte im Oktober vergangenen Jahres das Jahrhunderte alte Renaissanceschloss bei einer Versteigerung im Zuge einer Zwangsvollstreckung zurückerobert. Insgesamt 59 Gebote wurden damals abgegeben. Das niedrigste lag bei 18 100 Euro, das höchste bei 220 100 Euro. Es war zuvor im Besitz eines Vereins, der ein Sanierungs- und Sozialprojekt realisieren wollte. Letztlich strengte der Landkreis Nordwestmecklenburg das Verfahren der Zwangsvollstreckung an (SVZ berichtete).

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