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Grüne Woche : Münzstadt lehnt Werbeoffensive in Berlin ab

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im neuen Urlaubskatalog ist die Stadt Gadebusch nicht vertreten.

In Berlin öffnet heute die weltgrößte Verbrauchermesse, Grüne Woche, ihre Tore für Besucher. Auch der Nordwest-Kreis und mehere Städte werden dort vertreten sein und die Werbetrommel für die Urlausbregion rühren. Einen weißen Fleck auf der Tourismuskarte wird es allerdings geben. Denn Gadebusch als historische Münzstadt kommt im neuen Urlaubskatalog (Auflage 20 000 Stück) nicht vor, was Hoteliers und Gastronomen gar nicht schmecken dürfte.

„Die Stadt Gadebusch hat sich nach Jahren aktiver Mitarbeit leider komplett herausgezogen. Es sind keinerlei Angebote in dem Katalog. Dabei wäre es für eine kleine Stadt im Hinterland wichtig, sich in diesem Netzwerk zu vermarkten“, sagt Dorina Reschke von der Herausgebergemeinschaft.

Auch die Marketing- und Veranstaltungsbeauftragte des Landkreises, Christine Stellmacher, bedauert das Nein der Stadt Gadebusch. „Wir finden es sehr schade, vielleicht ändert sich das im nächsten Jahr und Gadebusch wird wieder unser Partner. Denn jetzt ist die Urlaubsregion nicht komplett. Wir haben eine Lücke in der Region“, macht Christine Stellmacher klar.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest verteidigt die Entscheidung. „Wir setzen lieber auf Flyer und andere Prospekte, auf die so genannte Mundpropaganda, auf Gäste aus der Region sowie Skandinavien und Angebote mit Gästeführern. Für den betrffenden Urlaubskatalog hätten wir rund 2000 Euro benötigt. Dieses Geld ist nicht da und drucken darf ich es nicht“, so Howest.

Möglichkeiten, in dem Katalog trotz klammer Kassen vertreten zu sein, hatte die Herausgebergemeinschaft nach eigenen Angaben der Stadt Gadebusch aufgezeigt. „Es hätte auch ohne Haushaltsfreigabe die Möglichkeit gegeben, im Katalog zu erscheinen. Aber es gab auch auf Nachfrage keine Zustimmung in Gadebusch “, so Dorina Reschke von der Herausgebergemeinschaft. Sie spricht gar von einer verlorenen Chance für ein Gadebuscher Nullsummenspiel.

Die Chance auf der Grünen Woche mit dem Katalog zu werben, ergreifen andere: So präsentieren sich u. a. Städte wie Klütz, Rehna, Wismar oder Grevesmühlen. Erstmals dabei ist zudem die Schaalseeregion. Und das Veggie Hotel & Cafe „Forsthof Kneese“ bietet ein Gewinnspiel in Berlin an. Teilnehmer sollen einen Bastelbogen ausfüllen, ein Schiffchen daraus machen und in eine bereitgestellte Glassäule einwerfen. Zu gewinnen gibt es eine Familienfreizeit im Biosphärenreservat Schaalsee mit sieben Übernachtungen im Forsthof Kneese für zwei Erwachsene und zwei Kinder.

Der frisch gedruckte Urlaubskatalog, der von heute an auf der Grünen Woche Lust auf Ferien in Nordwestmecklenburg machen soll, ist auch für Menschen mit Sehbehinderung geeignet. Etwa 1000 Exemplare weisen ein Infoblatt mit Brailleschrift zum Thema Reisen mit Handicap auf. Dabei handelt es sich um ein Punktschriftsystem, das einst von Louis Braille (1809-1852) erfunden wurde. „Wir wollen ganz bewusst potentielle Urlauber mit Sinnesbehinderung diesen Katalog empfehlen und ihnen verdeutlichen, dass sie hier herzlich willkommen sind. Gleichzeitig möchten wir Unternehmer für diese Zielgruppe sensibilisieren. In Gesprächen mit Gastronomen und Hoteliers wurde deutlich, dass sie sich auch diesen Gästen annehmen wollen und die Kapazitäten vorhanden sind“, sagt Dorina Reschke. Nach ihren Angaben sollen dieses Angebot im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 00:00 Uhr

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