zur Navigation springen

Freude in Gadebusch : Münzstadt erobert Schloss zurück

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für 220 100 Euro wird die Münzstadt Eigentümerin des Denkmals. 59 Gebote wurden bei der Versteigerung abgegeben

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 20:45 Uhr

In einem Bieterkampf hat sich die Stadt Gadebusch ihr Schloss zurückerobert. Möglich wurde dies am Donnerstag durch eine Versteigerung im Zuge der Zwangsvollstreckung im Amtsgericht Grevesmühlen. Von 10.30 Uhr an tobte dort eine rund einstündige Bieterschlacht mit fünf Teilnehmern. Sie gaben 59 Gebote ab. Das niedrigste lag bei 18 100 Euro, das höchste bei 220 100 Euro und stammt von Hans-Christoph Struck aus Gadebusch. Als er den Zuschlag erhielt, erklärte er im Gerichtssaal: „Ich habe für die Stadt Gadebusch geboten.“

Damit ist die Stadt nunmehr Eigentümerin des Jjahrhunderte alten Renaissanceschlosses, das in der Vergangenheit zu einem Spekulationsobjekt wurde und zuletzt leer stand. Es war unter anderem im Besitz eines Freiherren und zuletzt eines Vereins, der ein Sanierungs- und Sozialprojekt realisieren wollte. Letztlich strengte der Landkreis Nordwestmecklenburg das Verfahren der Zwangsvollstreckung an.

Dass die Münzstadt ihr Schloss zurückeroberte, ist aus Sicht von Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos) der Anfang eines langwierigen Sanierungsvorhabens von mindestens zehn Jahren. „Wir werden zunächst Notsicherungsmaßnahmen an dem Schloss durchführen. Das, was der Landkreis dem Alteigentümer als Auflage erteilte, werden nun also wir schnellstmöglich realisieren“, sagt Howest. Nach seinen Angaben soll das Schloss zudem ein Denkmal von nationaler Bedeutung werden.

Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Schafranski (CDU) spricht von einem langwierigen Projekt. „Die Arbeit geht jetzt erst los. Es geht um das Schmuckstück unserer Stadt und um die historische Identität. Wir brauchen jetzt viele Mitstreiter, viele Ideen.“

Neben Schafransksi und Howest waren auch die Stadtvertreter Günter Blankenberg (Gadebuscher Bürgergemeinschaft) und Heiko Lembck (SPD) zu der Versteigerung erschienen. Auch der Kulturausschussvorsitzende Klaus Leuchtemann war vor Ort und glücklich über den Ausgang der Versteigerung. „Das Gadebuscher Schloss ist nämlich eines von vier wahren Schlössern in Mecklenburg. Hier ist Landesgeschichte geschrieben worden und die historische Bedeutung ist nicht mit Geld zu bezahlen“, so Leuchtemann. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen