Gadebusch : Münzstadt ehrt Reformerin

Pionierin der freiberuflichen Pflege: Agnes Karll hat die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands begründet.
Pionierin der freiberuflichen Pflege: Agnes Karll hat die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands begründet.

Die Pionierin der Krankenpflege, Agnes Karll, wäre am 25. März 150 Jahre alt geworden / In Gadebusch fand sie ihre letzte Ruhestätte

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13. März 2018, 05:00 Uhr

Zum zweiten Mal seit der politischen Wende ist eine Persönlichkeit zur Würdigung ihrer Lebensleistung posthum in das Ehrenbuch der Stadt Gadebusch eingetragen worden. Dabei handelt es sich um die Krankenschwester und Reformerin der deutschen Krankenpflege, Agnes Karll (1868-1927). „Sie war eine Pionierin der freiberuflichen Pflege und hat die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands begründet“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest.

Ihr zu Ehren will die Stadt zusammen mit der Kirchengemeinde Gadebusch in einer öffentlichen Feierstunde an diese außergewöhnliche Frau und ihre Leistungen zum Wohle der Menschen erinnern. Die Feierstunde findet am Dienstag, 20. März von 16 Uhr an in der Stadtkirche St. Jacob und St. Dionysius statt. Die Festrede wird die Landtagsabgeordnete Christiane Berg (CDU) halten.

An der öffentlichen Gedenkfeier in der Kirche werden auch Vertreter des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe teilnehmen. Deren Sprecherin Johanna Knüppel bezeichnet es als gewaltig, was Gadebusch zu Ehren Agnes Karlls organisiert. „Wir haben die Hoffnung, dass endlich auch die Politik begreift, dass sie sich beim Thema Pflege nicht weiter durchmogeln kann. Große Teile der Bevölkerung haben längst erkannt, wie wichtig das Thema heute ist“, sagt Knüppel.

Der Vorsitzende des Gadebuscher Kulturausschusses, Klaus Leuchtemann, hofft, dass möglichst viele Gäste in die Stadtkirche kommen. „Das Thema Pflege ist eines der aktuellsten, das wir derzeit haben“, betont auch Leuchtemann. Nach seinen Angaben werden während der Feierstunde Schüler des Gadebuscher Gymnasiums über das Leben Agnes Karlls berichten. Sie hatten sich seit längerem mit ihr und ihren Verdienten befasst.

Die in der Lüneburger Heide geborene Agnes Karll wurde 1909 in London Präsidentin des Weltbundes der Krankenpflegerinnen. Sie war zudem Ehrenmitglied der Oberinnen-Vereinigung in Großbritannien und Irland. Darüber hinaus ist Agnes Karll 1913 als eine der ersten Dozentinnen der Leipziger Frauenhochschule tätig gewesen.

Nach ihrem Tode wurde sie 1927 im Familiengrab auf dem Gadebuscher Friedhof beigesetzt. Dort wird es am 25. März, dem 150. Geburtstags Agnes Karlls, eine Kranzniederlegung geben. Beginn wird um 11.30 Uhr sein. Als weiteres Zeichen der Ehrung wird der Godetaler zum diesjährigen Münzfest Agnes Karll gewidmet, kündigt die Stadt Gadebusch an.

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