Anwohner verärgert : Müll-Problem auf dem Friedhof

Diese Schilder werden von vielen völlig missachtet.
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Diese Schilder werden von vielen völlig missachtet.

Berge von Grünschnitt-Resten, die direkt hinter dem Zaun des Friedhofs liegen, verärgern Nachbarn

svz.de von
27. März 2014, 00:00 Uhr

Wenn Marita Haverland auf ihrem Balkon sitzt, blickt sie direkt auf den kirchlichen Friedhof. „Das stört mich auch gar nicht“, sagt die Gadebuscherin, „Friedhof ist eben Friedhof.“ Was sie hingegen sehr stört, ist die Sicht auf gleich mehrere große Müllhaufen, vor allem Grünschnitt, direkt hinter dem Friedhofszaun. „Mir ist klar, dass auf einem Friedhof Müll anfällt und auch, dass dieser Müll irgendwo gesammelt werden muss. Aber diese Ausmaße sind nicht normal.“ Und damit, sagt die Anwohnerin, spreche sie nicht nur für sich selbst. „Das stört alle, die in den unteren Neubauten wohnen und von ihrem Balkon direkt draufblicken. Zudem kommen hier ja auch viele Leute vorbei.“

Das Problem ist nicht neu: Marita Haverland wohnt seit zehn Jahren gegenüber des Friedhofs. Der Müllberg, sagt sie, sei immer da gewesen. Bei der Stadt habe man sie mit einer diesbezüglichen Anfrage an die Kirche verwiesen, dort wiederum habe es geheißen, man habe kein Geld, sich darum zu kümmern. „Wir wollen eine friedliche Lösung finden. Auf dem städtischen Friedhof gleich nebenan oder Friedhöfen in anderen Gemeinden zum Beispiel sieht es doch ganz anders aus. Es muss doch möglich sein, diesen Müll abzufahren“, so Haverland. Dabei sei vor einiger Zeit schon einmal ein Bagger vor Ort gewesen. „Aber der hat einfach nur aus einem riesigen Haufen mehrere kleinere gemacht“, sagt sie.

Genau dies war Teil einer Lösung des Problems, erklärt Karl-Heinz Hubert vom Kirchgemeinderat auf Nachfrage unserer Zeitung. „Nachdem der Müll lange über die ganze Breite verstreut war, haben wir ihn zunächst durch unseren Friedhofsarbeiter sortieren und dann von einer Firma in zwei Mieten packen lassen.“

Ziel sei, dass die Abfälle nun innerhalb von etwa zwei Jahren so verrotten, dass sie von den Friedhofsbesuchern als Erde für die Grabpflege genommen werden könne. Frischer Grünschnitt soll noch in dieser Woche verbrannt werden. „In der Mitte des Friedhofs gibt es bereits eine Sammelstelle für Müll, um ein bisschen Ordnung reinzukriegen. Zusammen mit den Mieten, bei denen wir im Frühjahr und Herbst aufpassen müssen, wie es dort aussieht und was abgelegt wird, ist das eine gute Lösung“, so Hubert.

Das Müllproblem auf dem Friedhof, sagt er, sei dem Kirchgemeinderat bewusst. Allerdings habe die Kirchgemeinde Gadebusch kein Geld, um den Müll abfahren zu lassen. „Eine andere Lösung als die, die wir jetzt gefunden haben, ist uns nicht möglich. Friedhöfe arbeiten mit Schulden.“

Zwar gebe es Müllgebühren, die mit den üblichen Friedhofsgebühren zu entrichten seien. „Doch die wenigsten zahlen das. Was sollen wir als Kirche da machen?“, fragt Hubert. Gemauerte Einhausungen für den Abfall, wie es sie auf dem städtischen Friedhof gebe, seien damit aus finanziellen, aber auch aus organisatorischen Gründen nicht realisierbar. „Unser Friedhof ist vier Mal so groß wie der städtische. Da reichen solche Boxen einfach nicht aus.“ Zudem sieht Hubert nicht alleine die Gemeinde in der Pflicht. „Es gibt immer wieder Friedhofsbesucher, die ihren Müll einfach überall ablegen.“ Insbesondere an einer Stelle oberhalb des Zentralplatzes trete dies immer wieder auf. Den illegal abgelegten Müll muss dann der Friedhofsarbeiter mühsam mit der Schubkarre abfahren.

„Wir haben sogar schon abgesperrt und Schilder aufgestellt“, so Hubert, „das wird vollkommen missachtet. Und teilweise bringen auch die Anwohner ihren Unrat auf den Friedhof.“

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