Roggendorf : Moorsanierung erst im Herbst

<strong>Das Roggendorfer Moor   </strong>wird ab Herbst saniert, die Wasserstände angehoben.<foto>Christoph Völzer</foto>
1 von 1
Das Roggendorfer Moor wird ab Herbst saniert, die Wasserstände angehoben.Christoph Völzer

Die Sanierung des Roggendorfer Schlossparks und Teichlandschaft bleibt weiter auf der Agenda von Arealbesitzer Klaus-Detlef Schnoor. Die Umsetzung des Projektes stellt sich aber auch im Jahr 2013 mehr als schwierig dar.

svz.de von
18. Januar 2013, 06:29 Uhr

Roggendorf | Die Sanierung des Roggendorfer Schlossparks inklusive Teichlandschaft bleibt weiter auf der Agenda von Schlossarealbesitzer Klaus-Detlef Schnoor. Die Umsetzung des ehrgeizigen Projektes stellt sich aber auch im Jahr 2013 mehr als schwierig dar. Denn solange der Sportplatz sich im historischen Schlossensemble befindet, "kann das Projekt keine Umsetzung erfahren", so Schnoor gestern gegenüber der SVZ. Letztlich fehlt es den öffentlichen Stellen an Geld und somit an der Möglichkeit, die einst in Roggendorf vorgestellten Planungen inklusive der Neuanlage eines Sportplatzes im Rahmen der Bodenneuordnung zu realisieren. Beim Land als auch in Roggendorf sind die Kassen leer. "Alternativen gibt es ebenso nicht", sagt Schnoor. Sein Vorschlag, mit Container zumindest die Situation für den Sportverein zu verbessern, sei aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten abgelehnt worden.

Roggendorfs Bürgermeister Rico Greger ist darüber kaum erfreut, dass selbst die abgespeckte Variante ein Problem für die zuständigen Stellen darstellt. Greger: "Wir hatten große Hoffnungen darin gesetzt, dass in 2012 bzw. 2013 endlich eine ordentliche Unterbringung der Sportler erfolgt. Unsere Planungen für das Sportlerheim beinhalteten einen Umbauplan mit Anbau an das vorhandene Sportlerheim, um zumindest Duschen, Toiletten und Umkleideräume zu gestalten." Allerdings wurde der Anbau in direkter Nachbarschaft zum Schlosspark aus Gründen des Denkmalschutzes abgelehnt. Ungünstig für die Roggendorfer, denn ihr Sportlerheimprojekt ist somit nicht förderfähig. "Gemeinde und Sportler werden aber am Ball bleiben, damit wir die Bedingungen für den Sport und die Jugendlichen in der Gemeinde verbessern können", sagt Greger. Er zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Gemeinde vor Jahren "mit Millionen gelockt wurde und heute völlig allein gelassen wird".

Klaus-Detlef Schnoor will weiter abwarten und schauen, wie sich die Lage entwickelt, ob und wie sich langfristig Partner für eine Sanierung und Vermarktung des Parkes in der Wirtschaft finden lassen.

Klare Aussagen gibt es von der Landgesellschaft MV mbH zum Moorprojekt. Diese beginnt als Vorhabenträger im Herbst mit der Sanierung des Moores. "Die Ausschreibungen laufen, alle notwendigen Voruntersuchungen sind abgeschlossen", sagt Hauke Kroll, verantwortlich für die Kooperation Moorschutz bei der Landgesellschaft. Das Renaturierungsprogramm sieht eine Vernässung der Moorlandschaft auf bis zu 400 Hektar vor. "Innerhalb des Moores soll der Pegelstand um 30 bis 70 Zentimeter steigen. Zirka 40 Hektar Grünland werden in diesem Zusammenhang im Randbereich aus der Bewirtschaftung genommen", sagt Kroll. Das sei aber mit den Landwirten abgesprochen. Hausbesitzer seien nicht betroffen, wo notwendig, wurden die Keller eingemessen. Darüber hinaus sind im Zusammenhang mit den Wasserstandsuntersuchungen mehrere Pegelstände im Moorgebiet installiert worden. Die Vernässung von Mooren gilt in MV als ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, denn trocken gelegte Moorflächen geben nicht unerhebliche Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre ab. Die Sanierung des Roggendorfer Moores wurde mit zirka 600 000 Euro veranschlagt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen