zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 12:01 Uhr

Niedermoor : Molzahner Rinne wird renaturiert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wasserqualität des Lankower Sees soll verbessert werden. Rund 140 000 Euro werden investiert

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 00:09 Uhr

In der sogenannten Molzahner Rinne, südwestlich der Ortslage von Groß Molzahn sind zur Zeit die Bagger der Tiefbaufirma MTS GmbH Demmin im Einsatz. Das Niedermoorgebiet, das sich nördlich an den Lankower See anschließt, wird im Auftrag des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe renaturiert. Die Maßnahme wird zum größten Teil auf Flächen des Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“ und der Landesforst durchgeführt. Maßgebliche Ziele dieser Baumaßnahmen sind die Verbesserung des natürlichen Wasserhaushaltes in der Molzahner Rinne sowie eine Verbesserung der Wasserqualität des Lankower Sees.

Bisher erfolgte über einen Graben mit dem Namen LV 71 eine Entwässerung der Molzahner Rinne direkt in den Lankower See. Dadurch wurden auch große Nährstoffmengen von den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen in den See transportiert.

Mit der Beseitigung der Verrohrung des Grabens, wird das ehemalige Gewässer in diesem Abschnitt wieder vollständig hergestellt und ökologisch durchgängig gemacht. Da die neu geschaffene Bachsohle höher angelegt wird als die ehemalige Rohrsole, wird die Fließgeschwindigkeit verringert und die Wassermenge bachaufwärts erhöht. Im sogenannten Tiedendieck werden deshalb Flächen bereitgestellt, die der Wasserrückhaltung dienen und dementsprechend auch bereichsweise überflutet werden. Dadurch erhöhen sich die Grundwasserneubildungsrate sowie das Wasserspeichervermögen der Landschaft. Die über Jahrzehnte entwässerten und dadurch geschädigten Niedermoorböden können sich wieder erholen und regenerieren. Außerdem entstehen temporäre Kleingewässer als neue Lebensräume und Nahrungshabitate für verschiedene Tierarten wie z.B. Amphibien und Lemikolen. Durch die längere Verweildauer des Wassers in der Landschaft und die damit verbundene Filterwirkung wird eine Reduzierung der Nährstofffracht des Vorfluters erreicht und nachfolgend der Lankower See entlastet. Das wird mittelfristig einen positiven Effekt auf die Wasserqualität des Lankower Sees haben.

Es liegt im Interesse der Biosphärenreservatsverwaltung, den Wanderweg in der Molzahner Rinne und am Lankower See zu erhalten. Um die Begehbarkeit sicherzustellen, wird der Weg in einzelnen Abschnitten erhöht. Eine neue Fußgängerbrücke soll die Passierbarkeit über den offenen Graben sicherstellen. Durch zwei fünf Meter breite Überfahrten wird weiterhin die Erreichbarkeit der anliegenden Flächen gewährleistet.

Mit den Arbeiten wurde im Dezember 2014 begonnen. Aufgrund von artenschutzrechtlichen Bestimmungen ist die Bauzeit auf die Herbst- und Wintermonate beschränkt. Es ist vorgesehen, die Bauarbeiten bis zum 31. März dieses Jahres abzuschließen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Mecklenburg Vorpommern finanziert. Nach Angaben des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe werden rund 140 000 Euro investiert.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen