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Bürgerschaft stimmte B-Plan zu : Möbelriese kommt nach Lübeck

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Mit dem Bebauungsplan für die Ansiedlung eines Fachmarkt- und Einkaufszentrums ist der Weg frei für das Ikea-Einrichtungshaus in Lübeck. Um das Vorhaben schnell umsetzen zu können, gab es eine Sondersitzung.

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erstellt am 17.Dez.2011 | 03:14 Uhr

Lübeck | Die Lübecker Bürgerschaft hat bei lediglich einer Gegenstimme (BUNT) dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan (B-Plan) für die Ansiedlung eines großflächigen Fachmarkt- und Einkaufszentrums auf dem brachliegenden östlichen Teil des ehemaligen Villeroy & Boch-Geländes in Lübeck-Dänischburg zugestimmt. Mit diesem Satzungsbeschluss ist der Weg frei für das Ikea Scandinavian Centre Lübeck. Bereits im Januar soll mit dem Abbruch und im Sommer 2012 mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden.

Nach derzeitigem Stand dürfte das Ikea-Einrichtungshaus im Spätsommer oder Herbst 2013 eröffnet werden. Die Bürgerschaft war extra zu einer Sondersitzung zusammengetreten, um das Vorhaben schnell umsetzen zu können.

Vor der Abstimmung wies Bürgermeister Bernd Saxe auf die Bedeutung dieser Investition hin: Durch die Ansiedlung von Einzelhandelsnutzungen unterschiedlicher Branchen werde eine Gewerbebrache revitalisiert und die zen tralörtliche Bedeutung des Oberzentrums Hansestadt Lübeck durch ein für die Region bedeutsames Fachmarkt- und Einkaufszentrum gestärkt. Er wies auch auf die Zahl der rund 400 Arbeitsplätze hin, die das Ikea-Projekt schaffe: "Gerade nördlich der Trave, wo wir in den vergangenen Jahren die stärksten Arbeitsplatzverluste hinnehmen mussten, ist das wichtig", so Saxe.

Der B-Plan lässt eine Verkaufsfläche von insgesamt bis zu 60 000 Quadratmeter zu. Davon entfallen 25 500 Quadratmeter aufs Ikea Einrichtungshaus, 24 500 Quadratmeter aufs Einkaufszentrum und bis zu 10 000 Quadratmeter auf den Bau- und Gartenmarkt. Deutlich weniger als die Hälfte entfallen mit maximal 25 370 m² auf nahversorgungs- und zentrenrelevante Sortimente.

"Durch die Begrenzung der Verkaufsflächen sind wir den Befürchtungen anderer Versorgungszentren entgegengekommen. Ich gehe davon aus, dass der Einzelhandelsstandort insgesamt von IKEA profitieren und noch attraktiver wird", betonte Saxe.

Die Anordnung der Gebäude orientiert sich an dem Ziel, die Kunden möglichst schnell auf die Parkplatzanlage zu führen und die Gebäude als "Lärmriegel" zum östlich gelegenen Wohngebiet zu nutzen.

Das Einkaufszentrum soll über eine Fußgängerbrücke an den geplanten Bahnhaltepunkt Lübeck-Dänischburg angebunden werden. Für die Bewältigung des zu erwartenden Kundenstroms ist ein Um- und Ausbau der Dänischburger Landstraße und der beiden Autobahnrampen der A226 vorgesehen. Zum Schutz der Bewohner der angrenzenden Baugrundstücke vor Lärm ist in weiten Teilen der Dänischburger Landstraße die Errichtung von Lärmschutzwänden geplant.

Mit dem Satzungsbeschluss geht ein eindreiviertel Jahre dauernder Planungsprozess zu Ende. Der Start war im März 2010 mit dem Aufstellungsbeschluss für den B-Plan. Das Fachmarkt- und Einzelhandelszentrum erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt: 28,6 Hektar, von den 18,4 Hektar auf das Ikea Scandinavian Centre entfallen. Der Rest sind Erschließungsflächen wie öffentliche Verkehrsflächen einschließlich der Autobahnzufahrten. Abschließend sagte Bürgermeister Saxe: "Ikea wird zur Stärkung des Einzelhandelsstandorts Lübecks führen." Eine Auffassung, die von der Lübecker Bürgerschaft durch das deutliche Abstimmungsergebnis bestärkt wurde.

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