zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Januar 2018 | 11:04 Uhr

Wismar : Modekrankheiten und andere Geschichten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 22:12 Uhr

Ein Buch zum Grinsen, Lachen, Kopf-schütteln und sich wundern: Der Archivverein der Hansestadt hat seinen ersten Band einer ganzen historischen Schriftenreihe herausgebracht. „Weihnachten vor Gericht“ sind die heiter-, selten besinnlichen Geschichten von Dr. Nils Jörn überschrieben, die auch zum Jahresausklang ihren Reiz haben. Das Buch ist im regionalen Buchhandel in der Stadt Wismar erhältlich.

Das Besondere: Der Erlös des Buches geht komplett an den Förderverein und kommt damit den Restaurierungsprojekten im Stadtarchiv zu Gute. Denn dank der Unterstützung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest ist sogar ein großer Teil der Druckkosten im Vorfeld gedeckt.

Das Buch hat es in sich. Nils Jörn schreibt augenzwinkernd und alles andere als archivtrocken, wie beispielsweise der Sohn des berühmten Juristen David Mevius steckbrieflich gesucht wird. Zum Glück kann die einflussreiche Familie die Behörden nach einem gewonnenen Duell von der Nichtigkeit der Anklagepunkte überzeugen.

Oder die Geschichte von einem Wismarer Anwalt, der von seinem Arzt in den 1750er Jahren eine „Paroxysmo Hypochondiaco“ attestiert bekommt. Er könne nicht arbeiten. Hört sich alles viel gefährlicher an, wenn es auf Latein ist. „Wunderbar, da litt der Kerl nun also auch an der Modekrankheit des 18. Jahrhunderts, der Hypochondrie“, so Nils Jörn.

Es könnte natürlich sein, dass den Leser nach der Lektüre dieser Geschichten aus den Gerichtsakten des Wismarer Tribunals das ein oder andere Zipperlein plagt. Denn die „Paroxysmo Hypochondiaco“ soll höchst ansteckend sein, gerade um die Feiertage zum Jahreswechsel.

Ein höchst politisches Buch, meint Autor Nils Jörn. „Geheime Missionen des Rates, für die alle Bürger bezahlen sollen, nicht eingehaltene Arbeitsverträge – das alles passiert(e) wirklich vor vielen Jahren in der Hansestadt Wismar“, so Nils Jörn.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen