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Rieps prüft Windkraftprojekt : Mit Windkraft in die Zukunft starten

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Ein WIndpark mit acht Anlagen könnten in Zukunft Strom für das Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf produzieren. Das Gemeinschaftsprojekt wird den Bürgern am Montag vorgestellt.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 10:22 Uhr

Rieps/Thandorf/Schlagsdorf | Die Gemeine Thandorf hat an der Seite von Rieps die Chance, ihren Traum vom Bioenergiedorf umzusetzen. Die Naturwindgruppe unter anderem mit Sitz in Schwerin plant für das Gemeindedreieck Rieps-Thandorf-Schlagsdorf (Schlagresdorf) einen Windpark mit zirka acht Anlagen von bis zu 134 Metern Nabenhöhe. Eine Initiative, die im gemeinsamen Wirken mit der Gemeinde Rieps entstand.

Kein eigennütziges Projekt, wie der Riepser Bürgermeister Uwe Tollgreve auf Anfrage der SVZ mitteilte. "Wir haben die Möglichkeit, eine dieser Anlagen auf dem Territorium unserer Gemeinde zu bauen. Ein Projekt, woran sich Schlagsdorf und Thandorf beteiligen können. Wir sind gute Nachbarn", sagt Tollgreve. Auch eine Beteiligung von Bürgern ist im Gespräch.

Ob diese Pläne mehrheitsfähig sind, wollen die jeweiligen Gemeinden am kommenden Montag an der Seite ihrer Bürger beraten. Fast zeitgleich starten in Schlagsdorf, Thandorf und Rieps die Informationsveranstaltungen.

Auf Anfrage der SVZ bestätige Rehnas Amtsleiter Hans-Martin Buschhart, dass es im Vorfeld Gespräche hinsichtlich einer möglichen Beteiligung des regionalen Energieversorgers Wemag gab. "Auf der Anteilseignerversammlung Ende Januar wurde ein grundsätzliches Interesse signalisiert", so Buschhart. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Investitionen auf 4,5 Millionen Euro je Anlage. Hohe Kosten, die sich allerdings für die Kommunen rentieren sollen. Während den Flächeneigentümern zirka 30 000 Euro Pacht im Jahr winken, erhalten die Kommunen die Einnahmen aus dem Stromverkauf. Das ist nicht unattraktiv, meint Buschhart unter der Voraussetzung, dass "die Vergütungsregelungen unverändert bleiben".

Buschhart hält die Windenergieerzeugung durchaus für praktikabel, denn das Land MV sei an einer wirtschaftlichen Ausrichtung und Sicherung von Einnahmequellen der Kommunen interessiert. "In solch einem Fall müsste das Energieministerium den Weg mit zinsgünstigen Kommunaldarlehen öffnen", sagt Buschhart.

Wie solch ein Windpark am Ende ausschaut, wie viele Windkraftanlagen - eine gemeinsame oder jede Gemeinde für sich - betreiben lassen, ist reine Zukunftsmusik. Die Gemeinde Rieps mit Bürgermeister Uwe Tollgreve hat deutlich gemacht "nicht ohne die Nachbarn" solch ein Vorhaben anzuschieben. Angesichts der prekären Haushaltslage zahlreicher Kommunen macht Tollgreve deutlich: "Wir sind gezwungen solche Wege zu gehen, wenn wir weiter existieren wollen."

Signale, die in Thandorf ankommen. Denn rein planungsrechtlich müssten die Riepser nur bedingt auf ihre Nachbarn Rücksicht nehmen. An einer Gemeinschaftsaktion ist zumindest Bürgermeister Wolfgang Reetz interessiert. "Ein guter Ansatz", so Reetz. Nun will die Gemeinde hören, was die Bürger sagen.

Das Ergebnis der Bürgerberatungen wird die weiterführenden Planungsschritte beeinflussen. Die Windkrafträder befinden sich an der Grenze zum Biosphärenreservat Schaalsee und sind bei einem Abstand von 1000 Meter Entfernung zum Dorf optisch wahrnehmbar. Ähnlich gelagerte Projekte lehnten die Bürger in der Vergangenheit (Löwitz-Falkenhagen sowie Wedendorf) ab.

Die Beratungen beginnen am Montag, 4. März um 19 Uhr in Schlagsdorf und Rieps. In Thandorf treffen sich die Gemeindevertreter um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

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