Klee für 2018 : Mit viel Glück ins neue Jahr

Schwarze Männer im Glücksklee-Dickicht sorgen für doppeltes Glück.
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Schwarze Männer im Glücksklee-Dickicht sorgen für doppeltes Glück.

Glückspflanzen zum Jahrswechsel sollen das Schicksal in den kommenden Monaten zum Guten wenden

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01. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Silvesternacht ist die Nacht der Wahrsager, Beschwörungen und Zaubereien. Böse Geister sollen mit viel Lärm und gruseligen Masken vertrieben und dem Glück für das kommende Jahr mit allerlei Zauberkram auf die Sprünge geholfen werden.

So lässt sich angeblich das Geld im neuen Jahr durch den Verzehr von möglichst vielen Linsen vermehren. Rote Wäsche hilft der Liebe auf die Sprünge.

Sprüche wie „Prosit Neujahr“ oder „Guten Rutsch“ werden nicht bedeutungslos daher gesagt, sie haben interessante Hintergründe. Prosit wurde aus dem Lateinischen Wortschatz übernommen und heißt so viel wie „Lass es gelingen“. Auch mit dem „Guten Rutsch“ ist nicht das Schlittern über glatte Straßen gemeint. Der Spruch lässt sich von dem jiddischen Begriff „Gut Rosch“ ableiten, was wiederum „Guten Anfang“ bedeutet. Hiermit wünscht man sich einen guten Anfang und gutes Gelingen für geplante Vorhaben.

Aber auch Glückspflanzen, zu Silvester verschenkt, sollen das Schicksal zum Guten wenden. Wer seinen Freunden für das neue Jahr Wohlstand und Reichtum gönnt, sollte zur Jahreswende einen Geldbaum verschenken. Hier bietet sich eine super Gelegenheit endlich das seit Jahren in einer Ecke dahinvegetierende Gewächs aus Omas Erbmasse zu entsorgen. Kurz unter der Dusche aufgefrischt ist es das ideale Silvestermitbringsel.

Auch der heimische Efeu zählt zu den Glückspflanzen. Diese anspruchslose Kletterpflanze bringt Glück und Segen ins Haus und prophezeit Stärke und Kraft in allen Lebenslagen.

Blühende Glückspflanzen sind Azaleen, die ein langes Leben garantieren und die ebenfalls aus Asien stammenden Kamelien versprechen Glück durch lang anhaltende Harmonie und Freundschaft.

Die Glückspflanze schlechthin ist natürlich der Glücksklee. Mit Schornsteinfeger-Püppchen und Pappmaché-Schweinen dekoriert soll er für Glück und Wohlstand im neuen Jahr sorgen.

Dass Undank nach erbrachter Leistung auch dass Schicksal des vierblättrigen Klees ist, ist unserer Wegwerfgesellschaft zu verdanken. Meist landen die Glücksbringer schon am Neujahrstag im Müll und sind vergessen. Ich finde das ziemlich unfair, lässt sich doch der Glücksklee (Oxalis tetraphilla) das ganze Jahr über als Geisterschreck einsetzen. In der christlichen Symbolik wird dem Besitzer einer Glückskleepflanze sogar ein Stück vom Paradies versprochen, das ist doch was. Der aus Mexico stammende Glücksklee war im 19. Jahrhundert eine beliebte Zimmerpflanze. An einem kühlen Platz, z.B. einem Nordfenster aufgestellt, entwickelt sich das Gewächs im Laufe der Jahre zu einer stattlichen Blühpflanze, die den Sommer gerne an einem schattigen Platz im Freien verbringt. Dort entfalten sich von Juni bis Oktober auch die hübschen rosafarbenen, fünfblättrigen Blüten. Glücksklee ist überdies ein idealer Bodendecker in Blumenkästen und Kübeln, er verhindert durch seinen dichten Wuchs das Keimen von unerwünschtem Beiwuchs. Der Klee kann mit etwas Glück bis zu 40 Zentimeter hoch werden. Er eignet sich zwar nicht für die Bodenvase, läßt sich jedoch als Glückssymbol in der Floristik verwenden, z.B. in Brautsträußen. Gourmets haben Glücksklee übrigens zum Fressen gern. Die bis zu 3,5 Zentimeter langen Zwiebeln lassen sich getrocknet zu einem leckeren Gemüse verarbeiten oder ersetzen geröstet und gesalzen kalorienreichen Knabberkram, auf dass mit etwas Glück im neuen Jahr die Pfunde purzeln.

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