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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 01:27 Uhr

Groß Molzahn : Mit Tierwohl zur Qualitätsmilch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Milchproduktion Groß Molzahn liefert täglich 15 000 Liter Milch. Kreisbauernverband erwartet weniger Impulse vom asiatischen Markt

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 04:45 Uhr

Dierk Schöne strahlt Zufriedenheit aus. Für ihn und seine Mannschaft gibt es allen Grund: „Unsere Milch und somit unser Betrieb hat das Siegel ,Hervorragende Milchqualität 2016‘ erhalten.“ Die Urkunde mit Siegel von der Arla Hansa Milch Upahl präsentiert er mit Stolz.

Keine Selbstverständlichkeit, wie Schöne zu verstehen gibt. Grund sind vor allem die schwankenden Milchpreise auf dem Weltmarkt, die die Einnahmen schmälern und folglich Investitionen erschweren. „Ohne Investition geht allerdings nichts. Nur so lassen sich Strukturen schaffen, die auch in schwierigen Zeiten ein erfolgreiches und qualitativ hochwertiges Wirtschaften ermöglichen“, sagt Schöne. In puncto Qualität sei das Tierwohl eine wesentliche Komponente. „Ein Sparkurs darf sich nicht auf die Tiere auswirken“, sagt Dierk Schöne weiter. Eben das sei für seine Mannschaft eine Maxime. Im Ergebnis sei der Erfolg messbar, den er mit dem Engagement seiner 30 Kollegen verbindet: „Dafür möchten wir uns als Management bedanken.“

Rund 15 000 Liter Milch produziert das Unternehmen täglich. 700 Tiere plus Nachzucht befinden sich in den Stallungen. Um weitere 100 Tiere will das Unternehmen perspektivisch den Bestand erhöhen. „Dann ist unser Stall voll“, so Schöne.

Mit der Erweiterung gehören die Groß Molzahner zu jenen Betrieben in Deutschland, die mit Einführung der Milchquote im Frühjahr 2015 ihren Bestand stärken wollen.Während mehr als 6000 Bauernhöfe mit weniger als 100 Tieren ausstiegen, nahm die Zahl der Betriebe mit mehr als 100 Tieren um 560 zu. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen hervor. Mit dem Wegfall der Milchquote können die Bauern beliebig produzieren. Das wirkt sich wiederum auf den Milchpreis aus.

Schöne kennt die Zusammenhänge. Der Geschäftsführer bleibt optimistisch: „Zweieinhalb Jahre hat uns der niedrige Milchpreis zu schaffen gemacht. Mit unserem Abnehmer Arla standen wir im Vergleich gut dar.“ Von damals 22 Cent sei der Preis auf heute 33 Cent je Liter gestiegen. 40 Cent wären natürlich ein Optimum. Nun müsse man abwarten, wie der Markt in Bewegung kommt.

Durch den Abbau von Lagerkapazitäten in Asien und einem weiterhin fehlenden russischen Milchmarkt verlaufe die Erholung nur langsam. „Ich denke, dass Arla mit seinen Eigenprodukten auch neue Absatzmöglichkeiten schafft“, sagt der Chef der Milchproduktion.

Ein Weg, den Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, als wichtig erachtet: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage aus China und Russland nicht das Niveau von vor zwei Jahren erreicht.“ Als Indiz sieht Böttcher die Initiativen der Länder, die eigene Milchproduktion zu stärken. Weitere Auswirkungen auf den Weltmarkt dürften damit programmiert sein. Böttcher spricht sich für eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit aus: „Wir müssen den Verbrauchern vermitteln, dass bei uns das Tierwohl, die Hygiene und die Arbeitsbedingungen wesentliche Bestandteile der Milchproduktion sind.“ An einem gesunden Kerngeschäft sind auch Dierk Schöne und seine Mitarbeiter interessiert, damit die Tiere bei bestem Futter gute Milchleistung erbringen.

 

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