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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 04:46 Uhr

Thandorf : Mit Tempo über den Dorfteich

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Neun Teams treten bei 40. Auflage des Teichfestes in Thandorf an.

In langen Reihen parken Autos bis über die Dorfgrenzen hinaus. Trotz des angekündigten Regens wollen sich viele Zuschauer das legendäre Schubkarrenrenen über den Thandorfer Teich nicht entgehen lassen. Zur Freude der Veranstalter. „Ich habe die Veranstaltung auf Facebook gepostet“, verrät Helfer Uwe Samuelsen. So wird die Generalprobe für das 40-jährige Jubiläum im nächsten Jahr trotz wenig sommerlichen Wetters ein voller Erfolg. Neun Teams haben sich angemeldet. Jedes von ihnen darf zweimal starten, die schnellste Zeit zählt. „Mit der Teilnehmerzahl sind wir schon sehr zufrieden“, so Organisator Henry Michaelis, „vielleicht werden es im Jubiläumsjahr noch ein paar mehr.“ Für die achtjährige Francis Summer Dannat aus Schlagresdorf ist es die Premiere als Karren-Passagier. Im Eiltempo kutschiert Papa Steven Stuth, schon ein alter Hase bei diesem Rennen, sie über den nur 15 Zentimeter breiten und rund dreißig Meter langen Holzsteg. Ohne Wasserkontakt werden „Südkurve“ und „Thandorfer Berg“, wie die Unebenheiten des Steges unter Kennern heißen, genommen. Als die Glocke anschlägt, stoppt Uwe Samuelsen die Uhr bei spektakulären 10,39 Sekunden. Glockenschlag für den Sieg – und Signal für den Einsatz der Notärztin.

Was war passiert? Das Schlagen der Glocke signalisiert dem Zeitnehmer das Ende der Fahrt über den Steg. Im Eifer des Gefechts hatte Stuth so heftig mit dem Fuß nach der Glocke getreten, dass er sich dabei eine Schnittwunde am Fuß zuzog. Für ihn endete das Rennen nicht nur mit Bestzeit, sondern noch vor der Siegerehrung im Ratzeburger Krankenhaus, wo die Wunde mit mehreren Stichen genäht werden musste.

So richtig konnte sich Francis darum nicht über den ersten Platz freuen, zu groß war der Schreck über Papas Verletzung und die Gedanken bei ihm im Krankenhaus. „Aber wir werden zusammen zu den Piraten nach Grevesmühlen gehen, darauf freue ich mich“, sagte sie, als sie den Umschlag mit den Eintrittskarten in Empfang nahm, die die SVZ für das schnellste und für das schönste Team gestiftet hat.
Im vergangenen Jahr war der neue Steg eingeweiht worden und die Teams erreichten mit weitgehend trockenen Kleidern das Ufer. In diesem Jahr lag der Ehrgeiz auf Bestzeiten. Für die meisten Teilnehmer bedeutete das Wasserkontakt, natürlich unter Gejohle der Zuschauer. Nicht für das Thandorfer Team „Die Landeier“. Aus sicherer Entfernung sah Söhnchen Ben zu, wie Dennis Karsten seine Frau Juliane über den Steg schob. „Vor allem die Anfangskurve war schwierig“, lachte er hinterher. Bestzeit erreichte das als kunterbunte Landgärtner verkleidete Ehepaar nicht, aber die Kostümierung war Spitzenklasse und wurde mit dem Sonderpreis prämiert: Auch sie dürfen auf Kosten der SVZ das Grevesmühlener Piraten-Open-Air besuchen.
Attraktion war nicht nur das Rennen, auch die neuen, begehbaren Wasserbälle, die vom Dorfverein angeschafft wurden, waren ein Renner. Wer wollte, durfte – gesichert durch eine Leine – mit den luftgefüllten Riesenblasen über das Wasser treiben. „Das war echt cool“, schwärmt der fünfjährige Sönke im Brasilien-Pullover, und würde am liebsten gleich noch einmal die Schwerelosigkeit auf dem Wasser genießen.

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