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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 17:58 Uhr

Ringreiten : Mit Moritz auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dienstälteste Pony bringt dreijährige Fabienne als jüngste Teilnehmerin beim Ringreiten Webelsfelde auf Platz 3

Der temperamentvolle Max ist selbst von Profi-Reiterin Anne Marie Sass kaum zu bändigen, sobald Stallgenossin Nadja aus dem Blickfeld gerät. Er macht einen großen Sprung nach vorne, die blonde Mähne flattert, als er mit gespitzten Ohren durch die Gasse galoppiert, in der es die Ringe zu stechen gilt, immer zwei hintereinander.

Morgens noch hatte das Haflinger-Gespann Max und Nadja die Kutsche von Veranstalter Ronny Rüger nach Webelsfelde zum traditionellen Ringreiten gezogen. Vor vier Jahren übernahm der Schmiede-Gehilfe die Organisation dieser Veranstaltung und sorgt seither zusammen mit Annett Hewakowski und Hartmut Liese dafür, dass Freizeitreiter auch jenseits von offiziellen Turnieren miteinander Spaß haben können. Sprecher Hartmut Liese: „Diese Veranstaltung gibt es fast zwanzig Jahre, aber die Teilnehmer werden immer weniger. Nicht nur in Webelsfelde, auch an anderen Veranstaltungsorten.“ Er muss es wissen, denn er ist überall dabei, koordiniert die Termine zwischen Schwerin und Ostseeküste. Mit Pferden hat er sonst nicht viel zu tun.

Anders dagegen seine beiden Mitstreiter. Freizeitreiterin Annett Hewakowski kümmert sich heute um alles Schriftliche, hat ihre beiden Pferde deshalb zu Hause gelassen. Ronny Rüger stellt dagegen seine beiden Kutschpferde einigen Reiterinnen zur Verfügung. In der Führzügelklasse starten sieben kleine Nachwuchsreiter, Rüger führt die kleine Lea auf Nadja zu den Ringen. Später bei den Erwachsenen die Stute, die freundliche Pferdedame Ann-Kathrin Kirche.

Freundin Ann Marie Sass, die ihre Ausbildung zur Pferdewirtin im Landgestüt Redefin absolvierte und schon so manches edle Pferd unter dem Sattel hatte, ist begeisterte Ringreiterin, sitzt entspannt im Sattel aufgeregten Haflingers. Schon als Kind hat sie vom Pferderücken aus mit dem Stab die Ringe vom Haken geholt. „Ich liebe Ringreiten und habe auch schon oft gewonnen. Diesmal läuft es leider nicht so gut, trotzdem bringt es einfach Spaß“, sagt sie, lacht und galoppiert wenig später den explosiven Max im vierten und letzten Durchgang durch die Gasse aus alten Buchen in Richtung Ringe und Nadja.

Wenigstens staubt es nicht. Am Morgen hatte es in Strömen geregnet. „Ich hatte schon Angst, es würde keiner kommen“, sagt Rüger, der die Veranstaltung zum Teil aus eigener Tasche finanziert. „Netterweise gibt es immer noch Sponsoren und Helfer, aber am Ende zahle ich doch jedes Mal zu, bin gewissermaßen mein eigener Sponsor.“ Als der Himmel am frühen Mittag die Schleusen vorerst schloss, trafen dann doch die ersten Pferdeanhänger in Webelsfelde ein und Rüger konnte aufatmen. Am Ende melden sich 25 Reiter, die jüngste, Fabienne Svensson aus Nesow, ist gerade drei Jahre alt. „Wir haben zuhause schon ein wenig geübt“, gesteht Mama Jenny Svensson und ist stolz über den dritten Platz der kleinen Fabienne. Geduldiges Pony ist Moritz. Rekordverdächtige 39 Jahre ist der kleine Welshpony-Falbe alt und mit Abstand der dienstälteste Vierbeiner in Webelsfelde. Kaja Marie Buchfink (4) ist aus Schwerin bei Oma Simone zu Besuch. „Das ist mein Pony Lara, Lara ist vier, wie ich“, sagt Kaja stolz. Sie schafft am Ende drei Ringe und wird zweite.

Ein heftiger Regenschauer zwingt die Teilnehmer für einige Minuten, Schutz unter den Blätterdächern zu suchen, doch dann können die Erwachsenen wieder starten. Wer nach dem Ringreiten noch Lust hatte, konnte an den Reiterspielen teilnehmen. Beim Bierglas, Stock- und Bockwurstreiten durften die Reiter ihre Geschicklichkeit beweisen und zeigen, dass sie ihre Pferde auch mit einer Hand fest im Griff hatten.



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