Bewerbermangel : Mit einer Stimme ins Parlament

kommunalwahl

Weil es in Veelböken zu wenige Bewerber gibt, können sich die Kommunalpolitiker quasi selbst in die Gemeindevertretung wählen

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19. März 2014, 05:00 Uhr

Ein Kandidat wählt sich selbst und schafft mit seiner Wählerstimme den Sprung in das Dorfparlament – klingt unwahrscheinlich, ist es aber nicht. Denn möglich ist dies Ende Mai in den Kommunen, in denen es mehr Sitze als Bewerber für die Gemeindevertretungen gibt.

Die 700-Einwohner-Gemeinde Veelböken ist solch ein Beispiel. Denn dort haben für die Kommunalwahl am 25. Mai nur sieben Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen. Weitere können nicht mehr hinzu kommen, da die Bewerberfrist abgelaufen ist. Eigentlich könnten neun Gemeindevertreter in Veelböken mitarbeiten und Zukunftsentscheidungen für die Kommune und deren Einwohner treffen.

Es sei traurig, dass von Anfang an zwei Sitze in der Gemeindevertretung leer bleiben, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Gadebusch, Andreas Lausen. Handlungsfähig werde die neue Gemeindevertretung aber auch mit sieben Kommunalpolitikern sein, so Lausen.

Knifflig könnte es bei Satzungsänderungen werden. Dann müssen mindestens fünf der sieben Gemeindevertreter mit Ja stimmen. Mitunter können Kommunalpolitiker aber nicht an jeder Sitzung teilnehmen, sei es aus Arbeits- oder Krankheitsgründen.

Vor dem Hintergrund des Bewerbermangels findet Veelbökens Bürgermeister Steffen Timm klare Worte: „Wer etwas gestalten möchte, lässt sich als Kandidat aufstellen. Wer nur motzen will, lässt es eben.“ Timm hätte sich gewünscht, wenn jüngere Einwohner sich zur Wahl gestellt hätten. Sie hätten aber andere Prioritäten gesetzt. Ein weiteres Problem sei der Zeitmangel. „Viele Einwohner kommen erst spät abends von der Arbeit, andere liegen die ganze Woche über aus“, macht Steffen Timm klar.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg sind am Sonntag, 25. Mai, 818 Gemeindevertreter und 82 ehrenamtliche Bürgermeister zu wählen. Hinzu kommen noch einmal 61 Mitglieder des Kreistages. Gewählt wird an dem Tag zudem das Europaparlament. Damit am Wahltag nach Möglichkeit alles glatt läuft, werden im Nordwest-Kreis 885 Wahlhelfer in etwa 163 Wahlvorständen, 15 Briefwahlvorstände für die Europawahl und sechs Briefwahlvorstände für die Kommunalwahlen benötigt.


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