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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 13:04 Uhr

Mühlen Eichsen : Mit einem Funken Selbstvertrauen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Funkengarde des Mühlen Eichsener Carneval Clubs ist in diesem Jahr mit sechs neuen Tänzerinnen gut aufgestellt.

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2015 | 00:05 Uhr

Was braucht es eigentlich, um ein richtiges Funkenmariechen zu werden? Auf jeden Fall gute Laune, Spaß an der Bewegung und einen Funken Selbstvertrauen, sind sich die Mitglieder der Mühlen Eichsener Funkengarde sicher. „Wir suchen auch keine festen Typen, bei uns ist jeder willkommen“, erklärt Lisa Mundzeck, eine der „Alten Hasen“ in der Gruppe. Es ginge vor allem darum, Spaß zu haben, erklärt sie. Und auch das Fünkchen Selbstvertrauen, das nötig ist, könne sich in der Gruppe noch entwickeln, denn „wir unterstützen uns alle gegenseitig.“

Seit September proben die derzeit zehn „Miezen“ für die kommende Karnevalsaison. Doch so gut aufgestellt ist die Truppe nicht immer. „Wir haben wirklich Glück gehabt, dass wir in diesem Jahr so großen Zulauf hatten. Sonst stünden wir heute nur zu viert hier“, freut sich Lisa Thiele. Wie auch die andere Lisa ist sie, seit sie klein ist, Mitglied im Eichsener Carneval Club. Am meisten gefällt den beiden vor allem das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe. Denn „wir sind auch außerhalb des Trainings eine lustige Truppe und waren auch schon zusammen in der Disco“, erzählt Lisa Mundzeck. Die 23-Jährige steht kurz vor dem Ende ihres Lehramt Studiums und findet trotzdem jeden Freitag die Zeit, beim Training dabei zu sein. „Wenn man mal ein Jahr nicht dabei sein kann, ist man so unendlich traurig. Dafür nimmt man die viele Fahrerei dann doch schon auf sich. Und es ist ein guter Ausgleich für mich.“ Die Begeisterung für den Karneval liegt ihr quasi im Blut. Denn ihr Großvater war der erste Prinz der ersten Saison des Clubs. Auch die Eltern sind natürlich Mitglieder im Verein. „Das zieht sich bei uns durch die ganze Familie“, lacht sie, „gerade versuchen wir, meinen kleinen Bruder dafür zu begeistern.“

Aus Lisa Thiele ist seit Kindesbeinen an dabei. „Seit ich drei Jahre alt war, habe ich bei den Kleinen mitgemacht. Nun bin ich seit vier Jahren bei den Großen.“ Die fast 19-Jährige interessiert sich aber nicht nur für den Karneval. Auch im Paartanz war sie jahrelang aktiv und nahm sogar an den Norddeutschen Meisterschaften teil. „Das Tanzen gibt mir immer viel Inspiration für die Tänze in der Funkengarde“, erklärt sie. Denn was getanzt wird, entscheiden die Mädels demokratisch. Jeder kann seine Vorschläge einbringen oder sogar einen eigenen Tanz koordinieren. „Da hat jede von uns ein Mitspracherecht“, fasst Lisa zusammen.

Und nicht nur bei den Tänzen kommt jeder zu Wort. Auch die Kostüme, die vom Carneval Club finanziert werden, müssen ausnahmslos jedem Mädchen gefallen. „Man sieht es sonst sofort, wenn sich jemand nicht wohlfühlt und das geht nicht“, sind sich Lisa und Lisa einig. Für fast jede Saison bekommen die Funkenmariechen neue Kostüme. Manche Teile werden auch wiederverwendet und neu kombiniert. Trotzdem: „Über die Jahre ist ganz schön was zusammen gekommen“, schmunzelt Lisa Mundzeck. Die vielen Kostüme kämen aber auch anderen zugute, da sie beim Verein ausgeliehen werden können oder beim Kinderfasching getragen werden.

Die Struktur stimmt also und geht gut auf. Doch trotzdem haben gerade die beiden ältesten Mitglieder der Runde ihre Bedenken. „Wenn ich an die Zukunft des Vereins denke, habe ich um ehrlich zu sein ein wenig Angst“, erklärt Grit von Wolffersdorff. Die 31-Jährige ist seit sie 14 ist dabei und auch sie hat eigentlich ihre ganze Kindheit nur darauf gewartet, endlich bei den Großen mitmachen zu können, wie sie sagt. Trotzdem wird es „nicht einfach sein, das alles aufrecht zu erhalten“, da die neuen Mädchen nicht mehr den gleichen Bezug zum Karneval haben, wie die vier „alten Hasen“. Sie sind nicht damit aufgewachsen und es könnte schwer werden, „dass sie wirklich dafür brennen.“ Trotzdem hat die Mühlen Eichsenerin, die als Finanzbuchhalterin arbeitet, Hoffnung, dass die neuen „Miezen“ Blut lecken werden. Auf die Unterstützung der 31-Jährigen jedenfalls werden sie noch lange setzen können. Auch, wenn sie vorhat, bald „in Rente zu gehen“ was das Tanzen betrifft, werde sie dem Verein noch lange hinter den Kulissen treu bleiben. „Selbst, wenn ich irgendwann nicht mehr aktiv mittanze, werde ich im Hintergrund aktiv bleiben.“ Für sie ist das Training eine Möglichkeit, ihre Freundin Katja, die vierte im Bunde der Alteingesessenen, regelmäßig zu sehen. „Wir sind zusammen aufgewachsen und wohnen nun weit von einander entfernt. Die Saison hilft, den Kontakt aufrecht zu erhalten.“  

 



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