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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. September 2017 | 04:17 Uhr

Schönberg : Mit der Tradition in die neue Zeit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Volkskundemuseum öffnet nach Sanierung und zeigt das Leben auf dem Lande

von
erstellt am 19.Mai.2017 | 12:07 Uhr

Die Museumslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen Leuchtturm. Am morgigen Sonnabend öffnet das Volkskundemuseum Schönberg nach umfangreicher Sanierung und Umzug ins Koch`sche Haus der Maurinestadt. Wer hinter den Kulissen eine Sammlung verstaubter Ausstellungstücke vermutet, liegt falsch. „Im Haus wird die Geschichte des Fürstentum Ratzeburg und der sich im Städtedreieck Gadebusch, Rehna, Lübeck befindlichen Orte dargestellt“, sagt Olaf Both.

Der Kirch Grambower haucht dem neuen Haus und dem Volkskundemuseum seit 2010 neues Leben ein. Ein Freiraum, der in Zeiten des sparsamen Umgangs mit öffentlichen Mitteln längst nicht selbstverständlich scheint. Doch die Stadt Schönberg und der dazugehörige Förderverein des Museums stehen hinter dem Projekt. Mit ihnen die Wessel-Stiftung Lübeck. Sie stellt 200 000 Euro für Haus und Inneneinrichtung bereit, der Landkreis Nordwestmecklenburg weitere 9000 Euro und das Land MV 22 000 Euro. Mit ihnen gelingt die Neuausrichtung des Museums in Schönberg.

Olaf Both als studierter Museologe kennt sich bestens aus. Nicht allein durch seine Affinität zu Brauchtum, insbesondere der Geschichte des Plattdeutschen und der Rehnaer Tracht. Historisches, das bei der Restaurierung Fingerspitzengefühl verlangt. Genau das bringt auch Konservatorin Susanne Buch mit. „Seit vier Jahren bin ich in diesem Projekt involviert“, erzählt sie. Sie konserviert Textilien, Tücher, Schürzen, Fahnen sowie Schönberger und Rehnaer Trachten. Es sind die letzten Stücke, die mit ihren Farbapplikationen eine Vorstellung vom Leben auf dem Lande vermitteln. In teils aufwendiger Handarbeit wurden sie restauriert. Viel Licht vertragen sie allerdings nicht. Das liegt einerseits daran, dass in den im Ursprung verwendeten Farben Eisenoxid enthalten ist. „In Zusammenspiel mit Licht beginnt ein Zersetzungsprozess“, so Buch. Bei den teils aus dem Jahr 1850 stammenden Trachten wurden passende Gewebe unterlegt, die eine Präsentation wieder ermöglichen.

Statt Sonne spenden nun Speziallampen das erforderliche Licht. „Maximal 50 Lux darf die Beleuchtungsstärke betragen“, so Buch. Das entspricht in etwa einer Wohnzimmerlampe.

Rund 18 000 Ausstellungstücke zählt der Bestand des Volkskundemuseums. Alle zu zeigen, dafür wären die 180 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf sechs Räumen kaum ausreichend. Olaf Both schweben somit Präsentationen mit wechselnden Themen vor. „Ein weiterer Raum ermöglicht uns Themen wie Fotografie, Malerei oder Kunstwerk darzustellen“, sagt Both.

Das neue Konzept des Hauses sieht keine Überfrachtung vor. Wer schauen möchte, darf die Objektvielfalt genießen. Wer tiefer eintauchen will, der hat die Möglichkeit Informatives aus Textpassagen zu entnehmen oder kann über eine Interaktion an Bildschirmen in die Themenvielfalt eintauchen.

Mit reichlich Kultur und Teilnahme von Kultusministerin Birgit Hesse startet das Museum morgen um 11 Uhr in die neue Zeit. Musik, Konzerte und öffentliche Führungen folgen bis 15.30 Uhr.

 

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