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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. September 2017 | 18:15 Uhr

Rehna : Mit der Sense für das Knabenkraut

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schüler des Biologie-Kurses pflegen Orchideen-Wiese an der Radegast / Projekt wird durch das Umweltministerium gefördert

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Zweimal im Jahr muss die Orchideen-Wiese an der Radegast gemäht werden. „Das ist eines der wenigen Aktionen, die hier im FFH-Gebiet durchgeführt werden“, erklärt Biologie-Lehrer Torsten Richter. Er betreut mit seinen Schülern der 8. Klassenstufe über den Biologiekurs ganz offiziell dieses Projekt. „Das habe ich über den Pilzverein angemeldet und wir erhalten nun eine Förderung vom Umweltministerium.“

Die erste Mahd der etwa einen Hektar großen Schwingwiese erfolgt Mitte Juli, wenn die Orchideen verblüht sind. „Zwei Arten kommen hier vor: das Knabenkraut und das große Zweiblatt“, berichtet Richter. Doch auch das auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehende Zittergras ist hier zu Hause und noch weitere rund 120 verschiedene Pflanzenarten.

Das sorgsam mit der Sense geschnittene Grün dient Familie Koch als Futter für ihre Kleintiere. „Das bekommen unsere Kaninchen“, sagt Ilse Koch, die mit ihrem Mann Reinhard kräftig mit anpackt. „Wir sind froh, dass Familie Koch das Grün abnimmt. Früher haben sich die Leute darum gerissen, so eine Grünfläche zur Nutzung zu bekommen. Da war die Kleintierhaltung noch weit verbreitet – aber heute...“, sinniert der Biologielehrer.

Immerhin zwei Tage brauchen das Ehepaar, die sechs Schüler des Bio-Kurses und Lehrer Torsten Richter, um die Fläche zu mähen, den Schnitt zusammenzuharken und abzutransportieren. Eine schweißtreibende Arbeit, für die sie sich am Ende mit einem Bad im dreieinhalb Meter tiefen Radegast-Kolk, der sich am Rande der Orchideen-Wiese befindet, belohnen. „Wir machen auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder mit“, rufen die Schüler ihrem Lehrer zu. Das freut den, bringt ihm aber in Erinnerung, dass er langfristig noch keine neuen Schüler hat, die sich in diesem Projekt in der Zukunft engagieren wollen. „Aber auf jeden Fall ist die obligatorische Mahd im Oktober gesichert“, sagt Richter.

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