zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 02:53 Uhr

Gadebusch : Mit der Motorsäge in die Wipfel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Friedhof wird durchforstet. Pflegemaßnahmen in Rehna vorerst nicht in Sicht

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 04:45 Uhr

In Gadebusch kreischen die Motorsägen. Bäume krachen zu Boden. Die Ruhe auf dem kirchlichen und städtischen Friedhof scheint auf dem ersten Blick gestört. „Da ist eine Maßnahme, die wir durchführen müssen“, sagt Karl-Heinz Hubert. Er ist der Beauftragte der Kirchgemeinde Gadebusch zur Pflege des Friedhofes. Der verfügt über einen ansehnlichen Baumbestand, der dieser Ruhestätte Parkatmosphäre verschafft. „Alle fünf Jahre müssen wir durchforsten. Das allein schon vor dem Hintergrund der Verkehrssicherungspflicht“, sagt Hubert. Ein Blick in die Kronen der Linden bestätigt dies. „Dort oben liegen morsche, längst abgebrochenen Äste“, sagt Steven Schäge. Der Baumkletterer arbeitet im Auftrag der Kirchgemeinde hoch oben in den Wipfeln. Die Zeit drängt, denn am heutigen Dienstag ist der letzte mögliche Tag , um Baumfällungen durchzuführen. „Spätere Fällungen sind aus naturschutzrechtlichen Vorgaben nicht möglich“, so Schäge und verweist auf die bevorstehenden Vogelbrutzeiten.

Der Carlower beweist Kondition und klettert in wenigen Minuten in die bis zu 25 Meter hohen Linden. Einige von ihnen erhalten einen Pflegeschnitt, andere werden gefällt. „Drei Linden, ein Ahorn und eine Konifere sind zu fällen“, sagt Hubert. Auf die Gründe weist Schäge hin: „Das Stammholz ist morsch. Hier lässt sich das gut erkennen.“ Mit der Hand greift er unter die Rinde. Von festem Holz keine Spur. Dort gibt sich das „Stammholz“ wie ein aufgesogener Schwamm.

Nach der Fällaktion folgt der Pflegeschnitt, anschließend will die Kirchgemeinde den bis zu 160 Jahre alten Baumbestand ruhen lassen. Jährliche Schnitte seien nicht gut, so Hubert und Schäge. Das Schnittholz will die Kirchgemeinde nun Interessenten für eine Spende für Brennholz bereitstellen (Infokasten).

Eine derartige zügige Baumpflege wünscht sich die Stadt Rehna. Insbesondere am Reitsportplatz drohen die vor Jahren eingekürzten Pappeln auseinanderzubrechen. Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg „Ein Schnitt auf vier Metern Höhe wäre sinnvoll, dann lassen sich die Pflegearbeiten in Eigenregie durchführen.“ Doch das Umweltamt in Grevesmühlen versagte derartige Pläne. Grund: Ein tiefer gehender Pflegeschnitt, als wie der vor Jahren im Kronenbereich durchgeführte, würde einer Baumfällung gleichkommen. Das wiederum zieht für Rehna Ausgleichspflanzungen nach sich. Ein finanzieller Aufwand, den die Klosterstadt aktuell nicht leisten kann. Das Problem mit der Verkehrssicherungspflicht bleibt. Hans Jochen Oldenburg setzt auf weitere Gespräche mit der Fachbehörde, damit zum Saisonstart am Reitplatz keine Gefährdung von den Pappen ausgeht.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen