Gadebusch : Mit dem Wolga nach Russland

In 100 Stunden von Schwerin nach Moskau: Antenne MV-Radioreporter Steffen Holz, Frank Porsch, Magamed Ibragimov, Holger Martens, Holger Hempel und Ulf Leppin (v.l.n.r.).
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In 100 Stunden von Schwerin nach Moskau: Antenne MV-Radioreporter Steffen Holz, Frank Porsch, Magamed Ibragimov, Holger Martens, Holger Hempel und Ulf Leppin (v.l.n.r.).

Holger Hempel will in 100 Stunden auf dem Roten Platz sein / Das 50 Jahre alte Gefährt wird in Gadebuscher Autohaus präpariert

svz.de von
27. September 2017, 05:00 Uhr

Wie schräg ist das denn? Gemeinsam mit fünf weiteren Abenteurern bricht Holger Hempel am 1.    Oktober in Schwerin zu einer spannenden Reise nach Moskau auf. Und das nicht mit dem Flieger oder der Bahn – der 50 Jahre alte russische Wolga des Gadebuschers soll für die 2000 Kilometer lange Reise herhalten. Mit drei Begleitfahrzeugen soll es das betagte Gefährt in nur 100 Stunden bis zum Kreml schaffen.

Die Idee zu der Reise auf den Roten Platz hatte Holger Hempel. „Dieses Säbelrasseln der Bundesregierung gegenüber Russland hat mich einfach angekotzt. Was soll der Blödsinn“, so der Unternehmer. Also wollte er ein Zeichen setzen für deutsch-russische Verständigung. Druschba-Freundschaft statt böse Miene zum bösen Spiel.

Für einen reibungslosen Start sorgte in den vergangenen Tagen das Team des Gadebuscher Autohauses Lienshöft. „An dem Teil herumzuschrauben ist etwas Besonderes. Der Wolga ist eben schon sehr alt“, sagt der Kfz-Mechatroniker Martin Lengning. Seit gut zwei Jahren wird das robuste Gefährt von dem Autohaus gewartet. Der völlig ausgelutschte Vergaser wurde zwischenzeitlich ausgetauscht, die Gleichstrom- durch eine Wechselstromlichtmaschine ausgetauscht, ein neues Getriebe eingesetzt. Und dennoch: Die Tour durch Polen und Weißrussland bis in die russische Metropole würde Martin Lengning in dem Wolga nicht mitmachen. Der 31-jährige Gadebuscher: „Wenn mit dem unterwegs mal was passiert...“

Die Gefahr sieht natürlich auch der unternehmungslustige Eigentümer des Wagens. Deshalb hat Holger Hempel vorgesorgt und jede Menge Ersatzteile gebunkert. „Was der Ossi eben so mitnimmt, wenn er auf Reisen geht: Keilriemen, Zündkerzen, zwei Ersatzreifen, Dichtungsschläuche, Bohrmaschine und Gewindeschneider.“ Und wenn es unterwegs mal richtig eng wird, hofft der Gadebuscher auf Schützenhilfe von einheimischen Werkstätten. Einzige Einschränkung für die Tour durchs russische Reich: „Wir werden mit maximal 80 km/h unterwegs sein. Mehr schafft er nicht mehr.“ Darüber hinaus hofft Hempel, Nachtfahrten vermeiden zu können. Die alten Scheinwerfer seien nicht mehr als kleine Funzeln.

Verpflegen werden sich die Russland-Reisenden durch mitgebrachte Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern, die sie bei Gelegenheit gegen russische Waren eintauschen wollen. Verabschiedet werden sie auf dem Alten Garten von Mitgliedern der Landesregierung sowie einem Vertreter der russischen Botschaft und werden in Moskau durch offizielle Vertreter der Stadt begrüßt.

Im Anschluss geht das Ganze retour in die mecklenburgische Landeshauptstadt. Offizieller Tourstart unter dem Motto „Mit dem Wolga zu Olga“ ist am Sonntag, 1. Oktober, um 11 Uhr auf dem Alten Garten von Schwerin. 

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