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2. Oldtimer Feldtag in Pokrent : Mit dem Trabi übern Acker

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Egon Stahnke aus Dragun kam mit seinem 26 PS starken Schlepper Marke Eigenbau zum 2. Oldtimer Feldtag nach Pokrent

Dumpfes Dröhnen, ohrenbetäubendes Knattern und dazwischen ein Motorengeräusch, das irgendwie so gar nicht auf einen Acker passen will. Ein leises Heulen, ganz sanftes Brüllen. Nix Traktor. Dazu ein vertrauter Abgasgeruch aus früheren Tagen. – Ein Trabant! Mit der Startnummer 8 zieht Egon Stahnke auf einem armeegrünen Schlepper samt Pflug zügig seine Kreise beim 2. Oldtimer Feldtag in Pokrent.

„Das ist ein Eigenbau. Den habe ich 1980 selbst zusammengebaut. Der Motor ist vom Trabant, dahinter liegt ein Getriebe vom Traktor T174, die Hinterachse habe ich aus zwei Achsen eines Picco K30 gebaut“, erklärt der 67-Jährige stolz. Pflügen, grubbern, Holz aus dem Wald holen – gefüttert mit Öl-Benzin-Gemisch im Verhältnis 1:33 verrichtet der betagte Eigenbau noch heute zuverlässig seinen Dienst. Und wenn das 26 PS starke Gefährt mal eine kleine Macke hat, wird selbst repariert, ist doch klar. Ersatzteile hat der Draguner genügend vorrätig. Und als gelernter Schlosser ist so ein kleiner Eingriff für ihn ohnehin kein Problem.

Nur wie es mit seinem Schlepper einmal weiter geht, das steht noch in den Sternen. Verkaufen, ja vielleicht. Aber vielleicht interessiert sich ja irgendwann auch mal eines der Enkelkinder für das großväterliche Hobby. „Doch noch sieht es nicht danach aus. Handy, Fernseher oder PC, so etwas steht da noch im Vordergrund“, so der traktorverliebte Egon Stahnke.

Ein paar Meter weiter scheint die Traktor-Nachfolge bereits geklärt. Da machen es sich Opa und gleich drei Enkel in einem ziemlich alten Traktor gemeinsam im Fahrerhaus gemütlich. Außenstehende, Laien, Verstädnislose würden sich vielleicht fragen, ob das denn sein muss, dass die vier sich da reinquetschen. Klare Antwort: Sie müssen. Und so strahlen unter dem ständigen Tuckern des Motors der 70-jährige Gerhard Prahl und seine Enkelkinder Mags und Jonna Hartmann sowie Annalena de Vries um die Wette, bevor es mit dem 40 PS starken RS01 zum Wettpflügen aufs Feld geht. Der RS01 mit dem Markennamen „Pionier“ war seinerzeit der erste in der früheren DDR gebaute Schlepper.

Übrigens verdoppelte sich bereits im zweiten Jahr seines Bestehens die Zahl der Teilnehmer beim Oldtimer Feldtag in Pokrent. Waren es im Vorjahr noch 25 Teilnehmer, so zählten die Veranstalter nunmehr bereits knapp über 50. Und pilgerten anno 2015 noch 400 Traktor-Begeisterte nach Pokrent, so waren es gestern gut 700.

Organisiert hatte das Oldtimer-Spektakel auf dem Feld einmal mehr Landwirt Claus Rügmann. „Ohne das Engagement der Traktorgruppe Pokrent wäre das hier nicht möglich. Beim Aufbau, Parkplatzeinweisung, Abbau – überall haben die geholfen“, so der Neuendorfer.

Passiert ist übrigens – fast – nichts. Außer, dass der Gadebuscher Rolf Jäger vom Team Kaeselow beim Rundendrehen mit seinem Schlepper die Vorderachse verlor. Halb so schlimm, meint Claus Rügmann. „Es gab ein paar Lacher, verletzt wurde niemand.“

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erstellt am 02.Mai.2016 | 04:45 Uhr

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