Fernreise : Mit dem Rad von Badow bis nach Rom

Hendrik Kallweit (l.)  mit Bruder Jannik und Vater Nando haben nach 2314 Kilometern   das  Kolosseum in Rom erreicht. Fotos: Kallweit (2)
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Hendrik Kallweit (l.) mit Bruder Jannik und Vater Nando haben nach 2314 Kilometern das Kolosseum in Rom erreicht. Fotos: Kallweit (2)

Hendrik Kallweit machte sich mit Bruder und Vater auf den Weg nach Italien – und schaffte auch die Tour über die Alpen

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29. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Wir haben Sie, liebe Leser, gefragt, was Ihre interessanteste Fahrradtour gewesen ist. Für Hendrik Kallweit ist diese Frage leicht zu beantworten, denn vor einem Jahr machte sich der heute 13-Jährige mit seinem Bruder Jannik und Vater Nando auf, zu einer ganz besonderen Fahrt, die schließlich in der italienischen Hauptstadt Rom endete.

„Es war ein schöner Sommer, als wir mit dem Fahrrad von Badow nach Rom in Italien fuhren. Eine richtige Männertour sollte es werden. Mein Bruder, mein Vater und ich starteten am zweiten Tag der Sommerferien. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, vorher richtig zu trainieren. Aber wie es dann so ist, haben wir es vorher bloß einmal bis nach Lübeck geschafft. Jemand aus dem Dorf fragte uns, ob wir uns das richtig überlegt hätten, aber wir waren der Meinung, dass man manche Sachen einfach machen muss.

Und so starteten wir über Stöllnitz und Neuhof in Richtung Süden. Wir hatten keine genaue Route geplant, sondern haben oft einfach die Leute gefragt und diese halfen uns weiter, dadurch lernten wir ganz viele nette und hilfsbereite Menschen kennen. Außerdem sahen wir so viel mehr vom Land. Immer wenn wir mal fünf Minuten an irgendeiner Kreuzung standen, hielt garantiert jemand an und hatte einen guten Tipp für uns. Unser Weg führte uns vom Elbe-Seitenkanal über die Weser, entlang der Fulda und dem Main bis zur Donau nach Donauwörth. In dieser Stadt fing die Via Claudio Augusta an, eine Alte Römerstraße, die über die Alpen führt bis nach Ostiglia am Po.

Hiernach dachte ich, dass Schwierigste wäre geschafft. Aber da täuschte ich mich gewaltig. Denn bei 40 Grad im Schatten sind zehn Kilometer bergauf kein Zuckerschlecken. Besonders die steilen Serpentinen im Apennin sind richtig anstrengend. Einmal landeten wir im Nirgendwo auf einem einsamen Bauernhof und hatten dort einen unser schönsten Abende, mit der Bäuerin und ihren Erntehelfern aus aller Welt.

Verona, Bologna, Florenz, Assisi, Perugia und dann endlich Rom in Sicht, oder auch nicht, denn eigentlich konnten wir vor Gewitterregen nicht viel sehen. Deswegen haben wir wohl auch den guten Radweg ins Zentrum verpasst und sind die letzten zehn Kilometer auf der vierspurigen Stadtautobahn gefahren. Dies war ein Abenteuer unter vielen. Unser Ziel, das Kolosseum erreichten wir nach 2314 Kilometer, 27 Tagen, drei geplatzten Reifen und gefühlten tausend Bergen. Ein Erlebnis, dass ich mein Leben lang nicht vergessen werde, so wie ich jetzt auch weiß, wie man Skat spielt.

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