111-jährigen Atalanta segelt nach Dänemark : Mit dem Lotsenschoner zur Regatta

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Auch Wismars Schwesterschiff "Atalanta" begibt sich am Wochenende auf Dänemarktörn. Hans-Joachim Zeigert

Die "Atalanta" hat im Wismarer Hafen Besuch von ihrer Schwester aus dem Jahre 1883 bekommen, dem einstigen Lotsenschoner No. 5 "Elbe". Beide nehmen in dieser Woche an einer Regatta rund um die dänische Insel Fünen teil.

svz.de von
23. Juli 2012, 10:34 Uhr

Wismar | Die "Atalanta" im Hafen der Kreisstadt hat Besuch von ihrer noch älteren Hamburger Schwester aus dem Jahre 1883 bekommen, dem einstigen Lotsenschoner No. 5 "Elbe". Beide nehmen in dieser Woche an einer Regatta betagter Segler rund um die dänische Insel Fünen teil.

Was macht ein gestandener Fahrensmann der sich sein Leben lang der Seefahrt widmete während der letzten 26 Jahre als Lotse große und kleine Pötte in den Hamburger Hafen navigierte? Er heuerte im Ruhestand wieder als Kapitän an, ehrenamtlich versteht sich. Ein solcher ist Klaus Schade aus Hamburg. Der brachte grade den ältesten noch in Fahrt befindlichen, einstigen Lotsenschoner unter Segeln, die "Elbe 5", Baujahr 1883 nach Wismar. Dort lag Besatzungswechsel und Ausrüstung mit Frischproviant an. Für das waschechte "Nordlicht" mag dies mehr als ein angenehmer Zufall bedeuten, eher schon Vorsehung. "Meine Vorfahren haben sogar noch auf dieser "Elbe 5" ihren Dienst verrichtet", konkretisiert der 71-jährige Pseudo-Ruheständler aus Blankenese seine besondere Beziehung zu diesem historischen Segler.

Doch damit nicht genug, wechselt er auch noch von der 129 Jahre alten Lady auf die "erst" 111-jährige, jüngere Schwester "Atalanta" über. Beide Schiffe haben am Wochenende vom Wismarer Alten Hafen aus das gleiche Ziel: die Regatta "Rund Fünen" startete gestern und dauert noch bis zum 27. Juli. Es ist Dänemarks größtes Sommer Event für erhaltenswerte Segelschiffe, die sich dort mit internationaler Beteiligung zu einer freundschaftlichen Regatta zusammenfinden. Los geht es heute in Kerteminde. Weitere Tagestörns führen über Middelfart, Assens, Sønderborg, Faaborg und Svendborg, dem Endziel. Dabei kommt auch Gemeinsinn bei Partystimmung zum jeweiligen, gemütlichen Tagesausklang in den einzelnen Häfen nicht zu kurz.

"Wechselt also der ,Elbe 5 Kapitän zur Wismarer Konkurrenz über, sollte die ,Atalanta-Crew besser sein, als die seines Stammschiffes"? so die spaßig gemeinte Frage. "Wir haben uns bisher immer bemüht, unseren Schoner so vorzubereiten, dass er nicht schneller wird, als die Atalanta und damit ein fairer Wettstreit bleibt", ulkt Käpt’n Schade in seinen betont hanseatisch-gemütlichen Art. Doch wem der Wettergott beim Segeln letztendlich einen Vorteil verschafft oder auch nicht, wird sich erst am Ende zeigen.

Für Peter Schurbaum vom "Atalanta" Förderverein ist so ein Kapitänswechsel nichts Ungewöhnliches: "Es gibt eine ganze Reihe von Oldtimer-Enthusiasten aus der Ferne, die bei uns Mitglied sind und wir kooperieren sehr gut miteinander." Der Vereinsvorsitzende geht übrigens selbst mit auf Regatta-Törn. Damit werden beide Traditionssegler mit 14 bis 15 Mann starker Crew und damit voll besetzt, am sportlich maritimen Event teilnehmen.

Die Wismarer Besatzung vollzieht damit zum dritten Mal besagte dänische Inselumrundung. "Natürlich pflegen wir auf diese Weise weiterhin Kontakte zum Gastgeber in Dänemark und den anderen Teilnehmern, um unsere Region noch bekannter zu machen", unterstreicht Schurbaum.

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