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Seemannsweihnacht Wismar : Mit dem Lichterexpress aufs Meer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Noch ein letztes Mal fuhren kleine und große Schiffe einem Fischerbrauch folgend hinaus auf See

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 23:48 Uhr

Ein donnernder Bordgeschütz-Salut bildete das Signal zum Ablegen. Dann setzte sich der Pulk der beleuchteten Schiffe im Wismarer Alten Hafen gemächlich in Bewegung. Mit an vorderster Stelle drei aktive Kutter, zwei von der Insel Poel und einer aus der Hansestadt. Es folgten Motorboote, Traditionssegler und Fahrgastschiffe. Sie alle bildeten mit ihren Lichterketten einen beleuchteten Korso. Wer einmal die Wismarer Seemannsweihnacht mit Lichterfahrt im Alten Hafen erlebt hat, der kommt auch wieder. So zog es einmal mehr Besuchermassen nicht nur an Bord der insgesamt 17 großen und kleinen Fahrzeuge. Die Masse der „Sehleute“ genoss das vorbeiziehende Lichterspiel von den Kaikanten aus, bis die vielen tausend Lichter in der Dunkelheit der Wismarbucht entschwunden waren. Dabei trotzten sie und hunderte derjenigen, die es auf See und tief in die Wismarbucht zog, der vorwinterlichen Kühle. Nicht anders dürfte es einst den Fischern gegangen sein, die einem überlieferten Brauch entsprechend, kurz vor Weihnachten noch einmal auf See hinaus fuhren. Sie taten es mit Fackeln, um damit in Dankbarkeit ihrem Schutzheiligen der Seefahrer, St. Nikolai, zu huldigen für die Erträge aus dem Meer und einer glücklichen Heimkehr.

An Land sorgte ein adrett inszenierter „Budenzauber“ mit diversen Ständen und offene Feuerstellen für äußere und innere Wärme. Einheizen war allerdings nicht nur im Sinne des leiblichen Wohles angesagt. Für seelische Wärme sorgten zudem die sangesfreudigen Männer des hansestädtischen Shantychores „Blänke“.

Von denjenigen, die nach einer etwa 90-minütigen Ausfahrt von See zurückkamen, stand für viele fest, dieses Erlebnis auch im nächsten Jahr wiederholen zu wollen. Auf der Poeler Kogge liegen dafür jetzt bereits Neubuchungen vor.

Dort verwandelte sich zuvor das Kastelldeck der „Wissemara“ noch schnell zum Andachtsort der diesjährigen Seemannsweihnacht. Mit Beifall begrüßt wurde Dr. Andreas von Malzahn von seiner früheren Wismarer Gemeinde. Inzwischen längst Bischof im Sprengel von Mecklenburg und Pommern, ließ er es sich nicht nehmen, zur 10. Veranstaltung dieser Art wiederzukommen.

Eindringlich erinnerte von Malzahn an das humanitäre Miteinander, die allgemeine Verantwortung derjenigen, denen es besser geht als Sozialschwächeren und an das akute Flüchtlingsproblem. „Lassen wir uns nicht von falschen Ängsten gefangen nehmen“, so sein Appell: Der richtete sich unter anderem darauf, mutig denjenigen gegenüberzutreten, die politischen Nutzen aus solchen Ängsten ziehen wollen.

 

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