Trend : Mit dem Elektrofahrrad zum Bus

Mit dem Elektrofahrrad zum E-Bus: Das Projekt „Inmod“ lief bis 2014. Die Elektrofahrräder werden als zukunftsträchtig angesehen.
Mit dem Elektrofahrrad zum E-Bus: Das Projekt „Inmod“ lief bis 2014. Die Elektrofahrräder werden als zukunftsträchtig angesehen.

Wissenschaftler sieht in Elektromobilität auch eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs

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09. Juli 2015, 23:26 Uhr

Saubere Energie, saubere Luft, weniger Lärm – die Kommunen möchten Elektroautos zwischen Rehna und Boizenburg gezielt fördern. Zumindest der Aufbau von mehr als 30 Ladestationen wird als ein wesentlicher Beitrag betrachtet (wir berichteten). „Ein erster und wichtiger Schritt“, sagt Prof. Udo Onnen-Weber im Gespräch mit der SVZ. Der Professor ist seit 2008 Leiter des Kompetenzzentrums Mobilität im ländlichen Raum an der Hochschule in Wismar. Heute im Ruhestand, arbeitet er weiter am Projekt Elektromobilität. 2014 endete sein Projekt Elektromobilität im ländlichen Raum in Nordwestmecklenburg. Sein Fazit: „Wir brauchen kein Bus der im Zickzack durch den Kreis fährt, sondern Hauptstrecken und zentrale Anlaufstellen, wie sie im neuen Öffentlichen Personennahverkehr jetzt umgesetzt werden. ,Inmod‘ hat gezeigt, dass Elektrofahrräder optimale und kostengünstige Zubringer sind.“

In einem Tourismusgebiet wie dem Nordwestkreis sei der Elektrobus zukunftsweisend. „Zu viel Verkehr macht die Schönheit der Landschaft kaputt“, sagt Onnen-Weber. Ein regionales Strommanagement sowie ein gut ausgebautes Netz von Stromtankstellen im Land bringe die Menschen mit den E-Autos nach MV.

Eine Privatförderung für Fahrzeuge gebe es nicht, aber Unternehmen und Kommunen hätten die Möglichkeit einer Flottenförderung durch den Bund.

Dass eine finanzielle Förderung der Elektromobilität erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel Norwegen. Wie die „Zeit“ in einem Themenbeitrag veröffentlichte, gelang mit massiver staatlicher Hilfe ein Direktförderprogramm mit dem Ziel 50 000 Elektrofahrzeuge zuzulassen. Somit entfiel die Mehrwertsteuer in Höhe von 25 Prozent sowie die einmalige Registrierungssteuer. Die 50 000 Euro-Marke wurde im Frühjahr überschritten. Fakt ist auch: Auf Autobahnen darf maximal 100 km/h und auf Landstraßen 80 bis 90 km/h gefahren werden. Zudem produziert das Land seinen Strombedarf aus Wasserkraft.

In Deutschland gilt die Kraftfahrzeugsteuerentlastung und somit eine maximale Förderung von wenigen hundert Euro, anders als bei der stark nachgefragten Abwrackprämie vor einigen Jahren.

Johann-Georg Jäger, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, fordert von der Landesregierung ein stärkeres Engagement im Form eines zügigeren Ausbaus von Ladestationen sowie eine Förderung von wasserstoffangetriebenen Fahrzeugen im Land nebst Wasserstofftankstellen. MV müsse als Urlaubsregion von der Bundesinitiative profitieren, so Jäger. Ohne Förderung für eine Alternative auf vier Rädern, dürfte sich das Elektroauto kaum durchsetzen.  

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