Video: Hafenfest in Wismar : Mit dem Dampfzug in den Wismarer Seehafen

Ankunft der historischen Eisenbahn aus Schwerin im Wismarer Bahnhof pünktlich auf die Minute. Anschließend ging die Fahrt in den Seehafen Wismar.
Ankunft der historischen Eisenbahn aus Schwerin im Wismarer Bahnhof pünktlich auf die Minute. Anschließend ging die Fahrt in den Seehafen Wismar.

Zahlreiche Fahrgäste nutzten diese besondere Premiere während des Hafenfestes in der Hansestadt Wismar

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12. Juni 2017, 05:00 Uhr

Mächtiges Gewusel am vergangenen Sonnabend kurz vor 11 Uhr auf dem Bahnsteig 3 der Hansestadt. Nicht nur gestandene Liebhaber historischer Eisenbahnen bestimmten diesmal mit ihren Kameras, Camcordern und Fotohandys die Szenerie. Echte Konkurrenz bekamen sie zudem von interessierten Eisenbahnfans. Sie alle, Jung bis Alt, wollten als erste dabei sein, wenn sich der Sonderzug zur Premierenfahrt vom Bahnhof der Hansestadt in Richtung Seehafen in Fahrt setzt.

Doch zunächst musste der auf die Minute pünktlich herandampfende „Nostalgieexpresses“ aus Schwerin die Touristenmassen in Richtung Hafenfest entlassen. Dann gab es für die neuen Fahrgäste kein Halten mehr und schon waren alle Plätze besetzt. Die wenigen 30 Minuten bis zur Abfahrt nutzte mancher, um zwischenzeitlich die so genannte Regelspur-Nassdampflok der Baureihe noch einmal in Ruhe zu beschauen. Besonders beeindruckend: Das Dampfross strahlte in Hochglanz, als wäre es gerade erst aus der Fabrik gekommen, so wie es auf dem blank geputzten Firmenschild stand: Elsaessische Maschinenbau Gesellschaft Gravenstaden 1898. Nicht weniger interessant zeigten sich die vier schick restaurierten Reisezug-Plattformwagen, gebaut vor 70 und 80 Jahren, einschließlich des mitgeführten Gepäckwagens. Dann endlich setzte sich leicht holpernd der Zug zur einstündigen Fahrt in Bewegung.

 

Mit einer Diesellok am Zugende ging es zunächst zurück bis zur Weiche in Höhe des Unternehmens Schottel, um auf die Gleisanbindung zum Hafen zu gelangen. Leichtes Rumpeln begleitete die Fahrt, welches sich auch auf die harten, hölzernen Sitzbänke übertrug. Nostalgische Eisenbahnfahrt, wie es einst üblich war, erklärte so mancher Familien- oder Großvater der jüngeren Generation. Pfeifend und dampfend passierte der Zug den mit Zuschauern belagerten Bahnübergang an der Poeler Straße. Wenig später befuhr er das hafeneigene und teilweise elektrifizierte Gleisnetz mit einer Gesamtlänge von 23,4 Kilometern. Neben dem nostalgischen Eisenbahnerlebnis galt das besondere Interesse dem Hafen mit seinen Schiffen an den Liegeplätzen, den Kranen und der Umschlagstechnik. Allerdings mussten die Fahrgäste akzeptieren, dass ein Verlassen des Zuges beim technischen Stopp in Höhe des Ölhafens nicht möglich war. „Dieser Kompromiss war notwendig, sonst wäre diese zusätzliche Aktion während des Hafenfestes nicht zustande gekommen“, so die Information von Andreas Nielsen, Vereinsvorsitzender der Wismarer Eisenbahnfreunde.

Gemeinsam mit den Mecklenburgischen Eisenbahnfreunden Schwerin arbeiteten sie schon länger an der Realisierung des Projektes. Denn neben den seit 2004 international geltenden, besonderen Sicherheitsbestimmungen in Häfen zur Gefahrenabwehr, musste neben dem „Okay“ des Seehafens eine behördliche Sondergenehmigung zur Personenbeförderung über die Hafengleise erlangt werden.

Bisher blieben die Sonderzüge aus Schwerin bis zur Rückfahrt auf einem Wartegleis stehen. „Jetzt ist es uns gemeinsam gelungen, zwei solcher zusätzlichen Hafenfahrten zu organisieren“, zeigt sich auch der diensthabende Zugführer Thomas Plötz der Schweriner Eisenbahnfreunde zufrieden. Zumindest gibt ihnen das bemerkenswerte Publikumsinteresse recht, denn die Fahrten waren hervorragend ausgebucht.

Fazit: Nostalgische Eisenbahnfahrt mit Seehafenerlebnis, das passt als zusätzlicher Höhepunkt zu den Festtagen.

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