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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 05:35 Uhr

Mit dem Anrufbus in die Stadt

vom

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erstellt am 24.Sep.2010 | 06:46 Uhr

Nordwestmecklenburg | Der Landkreis Nordwestmecklenburg macht sich stark für Menschen mit Behinderung und Senioren. Einstimmig verfasste der Kreistag einen Beschluss für Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.

Das mehrere Punkte umfassende Papier beinhaltet eine Richtlinie für die Beratung, frühkindliche Bildung sowie Bildung und Ausbildung auf Ebene des Nordwestkreises. Darüber hinaus erhielt Landrätin Birgit Hesse den Auftrag, sich auf dem Landkreistag für Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen für Behinderte, Seh- und Hörgeschädigte einzusetzen. Auf der Prioritätenliste ganz oben dürfte dabei die Änderung der Baugesetzgebung stehen. "Eine Hauptaufgabe", so Roy Rietentidt, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Gesundheit. Nur so habe der Nordwestkreis eine gesetzeskonforme Handlungsgrundlage.

Wolfgang Griese, Vorsitzender des Behindertenbeirates, hob in seiner Rede das Engagement der Grevesmühlener Busbetriebe hervor, die unter Leitung von Stefan Lösel Niederflurbusse zum Einsatz bringen. Eine enorme Erleichterung für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Jetzt müsse ein flächendeckender barrierefreier Öffentlicher Personenahverkehr das gemeinsame Ziel sein. Dass so etwas selbst unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten praktikabel sei, zeige das Beispiel Grevemüh lener Busbetriebe, so Griese. Er freue sich, dass die Hansestadt Wismar und die SGS-Bus und Reisen diesem Beispiel folgen. Der Personennahverkehr unterstütze somit auf seine Weise, dass behinderte Menschen im Flächenland am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Durch das Umdenken von Betriebsleitern und politisch Verantwortlichen übernimmt der Nordwestkreis eine Vorreiterrolle. "Die Richtung ist vorgeben, jetzt müssen wir die Schrittzahl erhöhen", sagte Wolfgang Griese im Kreistag.

Aus Sicht von Simone Oldenburg, Mitglied des Seniorenverbandes, gehe es oftmals um kleine, einfache Hilfestellungen. So ergab eine Prüfung von Supermärkten, dass Hinweistafeln und deren Beschriftungen eher eine Hürde darstellen. "Sehbehinderte nehmen rote Schrift auf orangen oder grünen Tafeln als Grauton in verschiedensten Schattierung wahr", so Oldenburg.

Vor dem Hintergrund des demogra fischen Wandels forderte Rudi Lörke eine bessere mobile Versorgung im Flächenland aus. Lörke: "Das Projekt Anrufbus sollte im gesamten Kreis angeboten werden." Ein Fahrdienst, der u.a Arztbesuche erleichtere.

Von überzogenen Forderungen könne aus Sicht von Simone Oldenburg nicht die Rede sein: "Generationsübergreifendes Miteinander war früher Alltag im Land. Lebten die Eltern im so genanten Altenteil, und waren Bestandteil der Familie", so Oldenburg. Durch die Veränderungen in der Gesellschaft sei Alt werden in der Familie heute eher selten. Folglich brauchen ältere Menschen bessere Möglichkeiten "für soziale Kontaktaufnahmen". Schönberg sei ein Beispiel. Von 4 617 Einwohnern seien 24 Prozent Senioren.

Wie sich Barrieren konkret aubbauen lassen, erörtert der Kreis auf einer Fachtagung im kommenden Jahr mit der Verabschiedung eines Maßnahmepaketes.

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