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Therapietiere für Bernstorf : Mit dem Alpaka bis ans Bett

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hamberger Marco Holter lud zum Tag der offenen Tür ein und zeigte die Schur der Tiere

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 04:45 Uhr

Fahrstuhlfahren, Treppensteigen oder auch gestreichelt werden sind für Leopold und Alberto ganz alltägliche Dinge. Doch wer die beiden Alpakas auf dem Hof von Marco Holter in Hamberge zunächst sieht, findet sie einfach nur niedlich. Ein kleiner „Wuschelkopf“ und neugierig schauende Augen sorgen für Liebe auf den ersten Blick. Für die Familie Holter bildet die Alpakaausbildung und späterer Therapieeinsatz mittlerweile sogar die Existenzgrundlage.

„Wir haben vor fünf Jahren mit der Alpakazucht und dem Therapieeinsatz angefangen. Sie ist zwar nicht sehr verbreitet, aber in Deutschland auch nicht so selten“, erzählte der 45-Jährige. Zusammen mit seiner Frau Beate und seinen beiden Töchtern Sophie und Sarah lud er jetzt zum Tag der offenen Tür. Mit dabei war auch Züchterkollege Ulrich Baum aus Neustadt-Dosse. Der 55-Jährige ist ebenfalls Alpaka-Züchter, aber zusätzlich einer der wenigen Scherer. Genau das erlebten die vielen Besucher in Hamberge nun einmal live. „Wir haben acht Alpakas und alle werden heute geschoren“, erklärte Marco Holter. Die Wolle werde anschließend zum Herstellen von Betten genutzt. „Wir lassen die Steppdecken herstellen und verkaufen sie dann wieder hier auf dem Hof“, sagte der Alpakazüchter. Die Wolle habe den Vorteil, dass sie nicht rieche und keine Fette wie bei Schafen enthalte. „Sie wird gereinigt und kann sofort eingesetzt werden.“

Doch der weiße Hengst Leopold und der schwarze Hengst Alberto können noch viel mehr als niedlich aussehen und Wolle geben. Einmal im Monat geht es ins Schloss Bernstorf, wo die Tiere noch einmal ein Lächeln in die Gesichter der Patienten zaubern und sogar bis ans Bett kommen. „Das muss natürlich trainiert werden. Dazu müssen die Tiere von Natur aus neugierig sein und das ist mit diesen beiden gegeben“, sagte Holter. Drei weitere Alpakas befinden sich derzeit in der Ausbildung. Auch sie können dann später im Seniorenheim Zippendorf, im Hospizzentrum Bernstorf oder in der Grevesmühlener Diakonie eingesetzt werden. „Wir trainieren einmal am Tag 45 Minuten, sowohl hier auf dem Hof, als auch gerne in Bernstorf. Die Tiere müssen an alle Situationen gewöhnt werden“, erklärte der Züchter, der 2011 eine neue Heimat in Hamberge fand und sich ein Jahr später die ersten Alpakas zulegte.

Am 12. Mai soll das neunte Tier geboren werden. Im vergangenen Jahr hatten die Besucher das Glück, am Tag der Offenen Tür eine Geburt mitzuerleben. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes. In diesem Jahr wird es nach 340 bis 370 Tagen Tragezeit etwas später“, sagt Marco Holter. Den Besuchern war das egal. Die Schurvorführung und eine Ausstellung zu den Tieren sowie deren Produkte hatte für alle Gäste ihren Reiz.

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