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tag der offenen tür : Mit Bio-Milch auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gläserne Molkerei in Dechow lud am Wochenende zur Besichtigung ein. Weitere Expansion geplant

Es war ein Glücksfall, dass sich die Gläserne Molkerei vor drei Jahren im 200-Seelen-Dorf Dechow ansiedelte. Wenig ansehnliche LPG-Gebäude verschwanden und das Familienunternehmen sorgt seit der Eröffnung im April 2012 mit seinen 90 Millionen Euro Jahresumsatz für einen mehr als gesunden Finanzhaushalt der Gemeinde.
Transparenz, Nachhaltigkeit, Bio – für Firmeninhaber Hubert Böhmann sind das keine leeren Worte, sondern Lebensphilosophie. Ehepaar Böhmann, das vor zwei Jahren von Berlin nach Dechow radelte, ließ es sich daher nicht nehmen, dabei zu sein, als ihr Unternehmen am Wochenende zum zweiten Mal seine Pforten für Besucher öffnete.

Zwei Tage lang konnten Interessierte Einblick nehmen in die Verarbeitung der Bio-Rohmilch zu Trinkmilch, Buttermilch und Butter. „Rund 15 Prozent der Milch werden als Bio-Milch getrunken, Tendenz steigend“, erläutert der Firmenchef und kündigt weitere Expansionspläne an. „Aber nur in kleinen Schritten“, so Andreas Abs, Hauptgeschäftsführer.
Alle vier Minuten wird eine Palette mit 800 Ein-Liter-Tetrapacks im Kühlhaus eingelagert. Insgesamt 600 Paletten Molkereiprodukte warten hier bei sechs Grad Raumtemperatur auf ihre Verladung. Bekannte Einzelhandelsriesen wie Aldi, Rewe und Edeka beziehen Biomilch und Biobutter aus Dechow. „Aber auch kleine Unternehmen werden von uns beliefert“, so Produktionsleiter Lars Helling, der an diesem Tag als Fremdenführer Besuchergruppen betreut. „Das ist arbeitsintensiv, gehört aber zu unserem Konzept.“

Rund um die Uhr bringen Tankwagen die Milch der Bio-Bauern zwischen dänischer Grenze und Mecklenburg nach Dechow. „Etwa 200 000 Liter bekommen wir täglich von unseren Vertragsbauern“, erzählt Helling. Bei 25 Litern pro Bio-Kuh und Tag arbeiten für die Gläserne Molkerei in Dechow also nicht nur knapp 50 Menschen, sondern auch 8000 Kühe. Mehr als doppelt so viele braucht es, um die silbernen 450 000 Liter fassenden Milchtanks an der Außenseite des Gebäudes zu füllen, die am Tag der offenen Tür Kulisse sind für Ponyreiten und Kinderspaß mit der Feuerwehr.
Wer wollte, konnte Bio-Produkte aus der Region probieren, während sich die Kinder an Holzkuh Lisa im Melken übten. Gut Gallin bewies, dass Bio-Catering die konventionelle Konkurrenz geschmacklich deutlich hinter sich lässt – ohne teurer zu sein.
„Rund tausend Besucher haben im vergangenen Jahr am Tag der offenen Tür die Möglichkeit zur Betriebsführung wahrgenommen“, so Andreas Abs, „in diesem Jahr scheinen es mir deutlich mehr zu sein.“

Der Hofladen werde immer besser angenommen. „Wir mussten inzwischen Personal aufstocken“, freut sich Ehefrau Petra Abs, seit kurzem zuständig für das Marketing und verantwortlich für die Organisation der Veranstaltung. Auch in den Außenanlagen werde aufgestockt. „Wir bekommen eine Streuobstwiese und es entsteht ein Wald aus Jahresbäumen“, so Hubert Böhmann.


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