Bester Melker : Mit 19 schon ein echter „Alter“

Hauke Timm kennt sich mit Kühen bestens aus. Er gewann das Kreisleistungsmelken in Brüsewitz.
Hauke Timm kennt sich mit Kühen bestens aus. Er gewann das Kreisleistungsmelken in Brüsewitz.

19-jähriger Hauke Timm setzt sich beim Kreisleistungsmelken gegen deutlich ältere Konkurrenten durch

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01. April 2015, 00:22 Uhr

Der 19-jährige Hauke Timm aus Jeese ist der beste Melker im Kreis Nordwestmecklenburg. Beim Kreisleistungsmelken vor wenigen Tagen in Brüsewitz gewann der Auszubildende der Agrargenossenschaft e. G. Köchelstorf nicht nur die Konkurrenz der unter 25-Jährigen, sondern war mit 156 von 160 möglichen Punkten auch besser als alle älteren und erfahrenen Kollegen.

Dass er schon jetzt ein Meister seines Faches ist, weiß Hauke Timm allerdings nicht erst seit diesem Kreisleistungsmelken. Schon 2013 nahm er teil und gewann als 17-Jähriger und damit jüngster Teilnehmer den Wettbewerb. „Ein Jahr später durfte ich zum Landesausscheid. Hier wurde ich ebenfalls als jüngster Teilnehmer auf Anhieb Vierter“, erzählt der Jeeser. Durch den erneuten Sieg kann sich der Auszubildende im dritten Lehrjahr auch im kommenden Jahr auf dem Landesausscheid beweisen. „Mal sehen, ob ich dann noch besser abschneiden kann“, sagt der Melker.

Der Umgang mit den Tieren liege dem 19-Jährigen mehr als die Pflanzenproduktion, dem zweiten Standbein der Agrargenossenschaft. „Zu Hause haben wir einen Familienbetrieb mit etwa 200 Kühen. Mein Onkel und mein Opa betreiben den. Hier wurde ich schon früh auf den Beruf vorbereitet“, erzählt Hauke Timm, der sich jetzt bereits auf seinen letzten Arbeitstag als Lehrling am 10. Juli freut. Doch bis dahin heißt es noch büffeln. Denn der 19-Jährige will dann nach drei Lehrjahren nicht nur seinen Abschluss als Landwirt feiern, sondern auch das Fachabitur in der Tasche haben. „Ja, ich hatte mich damals dazu entschlossen, auch mein Abitur berufsbegleitend zu machen“, erzählt Hauke Timm. Doch ob er anschließend studieren gehe, stehe für ihn noch nicht fest. „Ich fühle mich in meinem Beruf sehr wohl. Und die positive Aussicht, übernommen zu werden, sorgt noch nicht für die nötige Motivation, studieren zu wollen“, sagt Timm, der in seinem Ort auch der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr ist und in seiner Freizeit gerne an alten Fahrzeugen rumschraubt. „Ich habe mir einen alten B1000 gekauft. Den versuche ich nach und nach zu restaurieren, fahren tut er natürlich auch“, erzählt der Azubi. Im Sommer bleibe dazu ohnehin wenig Zeit. Denn dann stehe der Beruf im Vordergrund. Nicht selten gehe ein Arbeitstag beim Ernten und Felder bestellen bis ein oder zwei Uhr morgens. „Dann stehe ich doch lieber im Winter um 2.45 Uhr auf, um die Kühe zu versorgen und zu melken“, erzählt er. Dabei führt ihn sein Weg immer von Köchelstorf nach Wedendorf, Othenstorf und Löwitz, wo insgesamt etwa 800 Kühe zwei Mal täglich zu versorgen sind.

Doch viel Zeit bleibt in den kommenden Wochen nicht für die Hobbys, denn obwohl der angehende Landwirt stolze 156 Punkte erreichte und somit sechs Punkte mehr als der beste Melker der über 25-Jährigen schaffte, muss er in den kommenden Wochen noch jede Menge lernen, um das Abitur und die Berufsausbildung bestmöglich abzuschließen.

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