Nordwestmecklenburg : Minijobs immer beliebter

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Vor allem die Altersgruppe der Menschen kurz vor dem Rentenalter verdient sich etwas dazu

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24. Juli 2014, 00:00 Uhr

Der Minijob ist im Kommen. Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen die Möglichkeit, sich Geld dazu zu verdienen. Die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See verzeichnete zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres bundesweit 6 803 327 Minijobber. Davon sind mehr als zwei Drittel Frauen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern haben 81 685 Personen einen Minijob angenommen.

Der Trend zum Minijob ist nicht nur im Bundes- oder Landesdurchschnitt zu erkennen, auch in Nordwestmecklenburg ist die Zahl derer, die für eine geringfügige Entlohnung, also maximal 450 Euro, arbeiten gehen seit 2010 stetig gestiegen. Die aktuellen Zahlen, die der Agentur für Arbeit in Wismar vorliegen, datieren von Ende 2013. „Wir haben im Landkreis insgesamt 8291 geringfügig entlohnt Beschäftigte“, sagt Edgar Macke, Verbundgeschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Wismar. Dabei sei die Zahl der Minijobber in Nordwestmecklenburg allein von Anfang 2010 bis Ende 2013 um 682 Personen gestiegen.

Die meisten, die sich noch etwas dazuverdienen wollen, sind Menschen kurz vor der Rente: „Von den 8291 geringfügig entlohnt Beschäftigten im Landkreis gehören allein 1958 Personen zu dieser Altersgruppe“, sagt Macke. Insgesamt machten Menschen im Alter von 45 bis 65 Jahren den Großteil der Minijobber im Landkreis aus.

Macke vermutet, dass bei diesem Trend verschiedene Aspekte eine Rolle spielen: Unter anderem der Schichtdienst in der Gastronomie, bei dem es sich nicht immer lohne jemanden fest einzustellen, wenn dieser nur mittags und abends verfügbar sein müsse. „Wobei man betonen muss, dass das Gastgewerbe schon bestrebt ist, Arbeitnehmer zu halten“, so Macke. Eine weitere Rolle spielten möglicherweise Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger, die in einer Bedarfsgemeinschaften leben und etwas hinzuverdienen. „Man kann da aber nur spekulieren. Es gibt keine Übersicht, die diese 1958 Menschen nach Einkommensgruppen schichtet,“ betont Macke. Es ist also unklar, aus welcher Motivation heraus sich die Nordwestmecklenburger einen Minijob suchen.

Wo sie arbeiten gehen, ist allerdings eindeutig belegt: Die meisten arbeiten im Gastgewerbe. „Die nächst große Gruppe ist der Handel. Und der dritte große Bereich ist das Gesundheitswesen“, so der Verbundgeschäftsstellenleiter. Aktuell werden in Wismar und im Landkreis 40 Minijobs angeboten. Und 130 Menschen suchen einen. Fast die Hälfte von ihnen seien Kunden des Jobcenters, sagt Macke.

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