Tierheim Roggendorf : Mindestlohn schmälert Rücklagen

Packten im Tierheim kräftig mit an: Arno Jeurissen und Malenka Mlodoch mit Fundhund Purzel.
Packten im Tierheim kräftig mit an: Arno Jeurissen und Malenka Mlodoch mit Fundhund Purzel.

Tierheim hofft auf finanzielle Unterstützung für Betreuungsprojekt . Frühjahrsputz mit kleiner Mannschaft erfolgreich absolviert

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28. April 2015, 07:45 Uhr

Viermal im Jahr treffen sich Angestellte und ehrenamtliche Helfer im Roggendorfer Tierheim zum Arbeitseinsatz, weil im Alltag keine Zeit ist für Putz- und Pflegearbeiten außer der Reihe. Am Wochenende ging es vor allem um Garten- und Baumpflege. „Das war dringend notwendig“, sagt Tierheimleiterin Annette Herbing. „Der Baum in einem Zwinger war morsch und drohte umzukippen und hätte Hunde verletzten können.“

Nur fünf Freiwillige hatten sich zum Anpacken eingefunden. „Es müssten viel mehr sein, die Arbeit ist sonst kaum zu schaffen“, findet der Stockeldorfer Arno Jeurissen, der zusammen mit seiner Partnerin Maleika Mlodoch und anderen Helfern vor dem Regenguss ins Büro flüchten muss, kaum dass der Baum gefällt und die Weiden beschnitten sind.

Auf seinem Schoß sitzt Dackelmix „Purzel“, der zwei Tage zuvor als Fundhund abgegeben wurde. Einer von derzeit 28 Hunden, die in Roggendorf betreut werden, manche schon seit Jahren. „Viel zu wenige engagieren sich im Tierschutz“, empört sich Arno Jeurissen.

Dabei ist das Tierheim mehr denn je auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. „Durch den Mindestlohn müssen wir jeden Monat 4000 Euro mehr aufbringen“, erklärt Annette Herbing. „Momentan frisst das unsere Rücklagen auf.“ Das kann nicht lange gut gehen. Viele Tierheime sind bereits in finanzielle Bedrängnis geraten oder mussten schließen. Um Kosten zu sparen, wurden in Roggendorf bereits Arbeitszeiten gekürzt. „Wir haben Kontakt zu den fünf Ämtern aufgenommen, von denen wir Fundhunde zugewiesen bekommen, und unsere Lage geschildert“, so die Heimleiterin. Eine erste positive Reaktion kam aus Zarrentin. Der Mindestlohn sei Gesetz, also müsse man entsprechende Mehrkosten akzeptieren, habe es geheißen.

Noch ist es früh im Jahr und die Arbeit trotz der gekürzten Arbeitszeiten irgendwie zu schaffen. Herbing: „Der Sommer kommt erst noch.“ Und mit ihm die Flut zurückgelassener Hunde, die nicht in die Urlaubsplanung passten. Oder die Katzenschwemme, die auf Tierheime immer zurollt, wenn die Maikätzchen flügge werden.

Dann könnte es kritisch werden und das Geld knapp, wenn Ämter nicht unterstützen und zusätzliche Tierfreunde und Sponsoren einspringen.  


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