Getriebebauer stocken auf : Millionen-Investition bei Nord

Sieben Meter hoch wird die Halle, in der neben Maschinen auch eine computergestützte Regalanlage installiert werden sollen.
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Sieben Meter hoch wird die Halle, in der neben Maschinen auch eine computergestützte Regalanlage installiert werden sollen.

Die Getriebebauer lassen eine neue Halle im Gadebuscher Gewerbegebiet bauen

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10. November 2015, 00:45 Uhr

Die Fertigungstechnik Nord ist erneut auf Investitionskurs. So lassen die Getriebebauer für rund 4,6 Millionen Euro am Standort Gadebusch eine 3000 Quadratmeter große Halle errichten. Hinzu kommen weitere 3,7 Millionen Euro, die in eine computergesteuerte Regalanlage und zwei Bearbeitungszentren investiert werden.

Vom Band sollen hier künftig Gehäuse aus Metall rollen. Sie und die darin enthaltenen Maschinenteile kommen weltweit zum Einsatz: auf Flughäfen, in Bühnen- und Industrieanlagen oder im Umweltschutzbereich.

In der neuen Halle sollen verstärkt Roboter die Bauteile zwischen dem Hochregallager und den Bearbeitungszentren transportieren. Die Wunderwerke der Technik sorgen zudem dafür, dass Maschinen mit Werkzeugen aus einem Zentrallager bestückt werden. Dadurch muss künftig nicht mehr für jede Maschine ein kompletter Werkzeugsatz im Wert von mehreren hunderttausend Euro vorgehalten werden.

„Durch den Einsatz der Roboter wollen wir keine Arbeitsplätze vernichten, sondern eine körperliche Entlastung unserer Beschäftigten erreichen. Denn die Bauteile, die hier bewegt werden, haben ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm“, sagt Werksleiter Steffen Timm. Ziel sei es, dass die Fachkräfte möglichst lange in dem Unternehmen tätig sein und dies auch körperlich durchhalten können. Derzeit sind bei der Fertigungstechnik Nord 190 Frauen und Männer beschäftigt. Hinzu komme eine Handvoll Leiharbeiter, die bei Engpässen zum Einsatz kommen. Sieben Mitarbeiter waren es, als dieses Werk Anfang der 1990er-Jahre in Mecklenburg offiziell eröffnet wurde.

Noch schneller und noch effektiver will das Unternehmen für seine Kunden produzieren. Wenn sie heute bestellen, sollen ihre Produkte morgen ausgeliefert werden. Da verwundert es nicht, dass die Anlagen in der neuen Halle an sieben Tagen, rund um die Uhr in Betrieb sein sollen. Vorgesehen ist, die Maschinen dort am Wochenende automatisch fahren zu lassen.

Die Millionen-Investition ist die inzwischen fünfte Ausbaustufe am Standort Gadebusch. Seit 1992 hat das Unternehmen 82 Millionen Euro in der Münzstadt investiert.

Die Bauteile, die hier gefertigt wurden, sind nicht nur in Opernhäusern, Theatern, Bergwerken oder in Wasserkraftwerken im Einsatz, sondern auch auf Flughäfen. In London, Melbourne, Singapur sorgen sie mit dafür, dass Reisekoffer hunderttausender Passagiere über automatische Gepäckförderanlagen rollen. Darüber hinaus kommen die Produkte made in Mecklenburg in der ehemaligen Zarenstadt Sankt Petersburg zum Einsatz. Stets dann, wenn Sicherheitstüren wegen drohender Überfüllung der Metro mal wieder vorübergehend geschlossen werden müssen.

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