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Sie erhalten wieder Preise um 35 Cent je Liter : Milchbauern spüren Aufwärtstrend

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Milchbauern im Landkreis Nordwestmecklenburg haben ihre wirtschaftliche Talfahrt beendet. Sie erhalten wieder Milchpreise um die 35 Cent je Liter, müssen allerdings auch mit Nachwuchsproblemen kämpfen.

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erstellt am 25.Nov.2011 | 09:55 Uhr

Dragun | Milchbauern im Landkreis Nordwestmecklenburg haben ihre wirtschaftliche Talfahrt beendet. Sie erhalten wieder Milchpreise um die 35 Cent je Liter, müssen allerdings auch mit Nachwuchsproblemen kämpfen. Das sagten gestern Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) bei einem Treffen in Dragun.

Talfahrt steckt Landwirten noch immer in den Knochen

Trotz der positiven Milchpreis-Entwicklung stecke den Landwirten die Krise von 2008/2009 noch in den Knochen, verdeutlichte Georg Maas vom Kreistvorstand des BDM. "Allein wir haben in unserem Betrieb mit 600 Kühen in der Zeit eine halbe Million Euro verloren, und das haben wir auch noch nicht wieder verdient", sagte der Lützower Maas. Erschwerend kamen in jener Zeit Preissteigerungen hinzu. Ein Paradebeispiel dafür sei Sojaschrot gewesen. Im langjährigen Schnitt koste es 20 Euro je Dezitonne. "Wir haben vor einem Jahr 40 Euro bezahlen müssen. Jetzt liegt der Preis wieder unter 30 Euro", sagte Maas. Die Futterpreise seien inzwischen wieder nahezu konstant. Fast alle Milchbauern würden seit diesem Sommer wieder gutes Geld verdienen.

Sorgen bereitet den Milchviehhaltern die Nachwuchsgewinnung. "Es ist eine schwierige Situation, gerade im Bereich des Melkens", so Birgit Jöhnk. Gründe dafür seien die körperlich anstrengende Arbeit und die eher unattraktiven Arbeitszeiten. "Auch wenn in Betrieben drei Mal pro Tag gemolken wird, fällt eine Schicht davon in die Nacht", verdeutlicht Jöhnk. Andererseits sei der Mindestlohn bei Milchviehbauern kein Thema. Es gebe andere Berufe, bei denen Menschen grottenschlecht bezahlt würden, so Jöhnk und Maas.

Mit dem Draguner Hof Poortinga hatten sich die Landwirte eine der derzeit modernsten Milchviehanlagen Nordwestmecklenburgs als Versammlungsort ausgesucht. Das Familienunternehmer investierte hier 3,5 Millionen Euro, hält an dem Standort seit diesem Jahr rund 500 Rinder. Durchschnittlich 140 bis 150 Kühe würde pro Stunde dort gemolken. Das Unternehmen setzt zudem auf Solarkraft, ließ auf dem Stalldach entsprechende Anlagen installieren.

Was die Poortingas an dem neuen Standort geschaffen haben, beschrieben Mitglieder des Bundes Deutscher Milchviehhalter gestern mit diesen Worten: astrein, genial, imposant, top, Wahnsinn.

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