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Lärm, Drogen und Beleidigungen : Mieter in Gadebusch packt aus: „Es ist die Hölle“

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22-Jähriger terrorisiert andere Mieter: Erstmals bricht ein Anwohner der Gadebuscher Heine-Straße sein Schweigen. Er fordert ein Hausverbot gegen pöbelnde Besucher

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erstellt am 06.Jul.2017 | 20:55 Uhr

Nach dem Hilferuf verängstigter Anwohner der Gadebuscher Heinrich-Heine-Straße bricht ein Bewohner erstmals in der Öffentlichkeit sein Schweigen. Er spricht über die Verhältnisse, die dort seit Monaten herrschen und er wird dabei ziemlich deutlich: „Es ist die Hölle“, sagt Jens Bütow der SVZ. Mehrfach hatte er in der Vergangenheit die Polizei wegen Lärmbelästigungen gerufen. Bewohnerinnen des Hauses würden aufs Übelste beschimpft und unflätig beleidigt – von einem 22-jährigen Mieter und seinen Kumpanen. Diese würden die Nacht zum Tag machen, sollen auf den Dächern des Wohnblocks und der Schulmensa herumgeturnt sein, Böller gezündet und Flaschen aus dem vierten Stock geworfen haben.

Anwohner litten unter Schlafmangel. „Ich selbst bin völlig übernächtigt, habe Kopfschmerzen. Ich kann nicht mehr“, verdeutlicht Jens Bütow. An einem Tag hatte er gleich zwei Mal die Polizei gerufen. Die Beamten seien nach anderthalb bis zwei Stunden aus Grevesmühlen gekommen. „So viel zur Sicherheit in der Stadt Gadebusch“, sagt Bütow.

In ihrer Verzweiflung hatten sich Anfang dieser Woche Anwohner an die SVZ gewandt, um auf die brenzlige Situation aufmerksam zu machen. Denn nach Angaben der Anwohner, könnten bei Partys Drogen im Spiel sein. Vor allem junge Schülerinnen ziehe es immer wieder in die Wohnung des 22-Jährigen.

Keine 24 Stunden nach dem Hilferuf der Anwohner holte die Gadebuscher Polizei am Dienstagmorgen kurz nach halb acht eine junge Schülerin aus der Wohnung des 22-Jährigen. In den Wochen zuvor hatten die Beamten bereits Anzeigen gefertigt, nahmen Ermittlungen auf und setzen auch weiterhin auf Zeugenhinweise (Tel. 03886/7220). Darüber hinaus beschlagnahmten sie in der Wohnung des 22-Jährigen eine Musikanlage. Sie wird mittlerweile beim Ordnungsamt verwahrt.

Dass die verängstigten Anwohner sich bislang nicht trauten, ihre Namen öffentlich zu nennen, ist für Hausbewohner Jens Bütow verständlich. „Wenn aber niemand den Mund aufmacht und zu seiner Meinung steht, geht das hier so weiter“, sagt Bütow. Er fordert ein Ende der Situation und ein Hausverbot für das Party-Volk. „Ein solches Verbot kann der Eigentümer laut Bürgerlichem Gesetzbuch verhängen. Dann hätten wir ziemlich schnell Ruhe hier“, so Jens Bütow.

Die Wohnungsgesellschaft Radegasttal (WGR) geht bereits seit längerem gegen den 22-jährigen Mieter vor. Nach einer fristlosen Kündigung reichte die Wohnungsgesellschaft eine Räumungsklage ein. Jetzt wartet sie auf ein mögliches Urteil.

Vereinzelt überlegten Mieter der Heinrich-Heine-Straße bereits, dort auszuziehen. Ein Mann, der dort seit mehr als zwei Jahrzehnten wohnt, habe eine vergleichbare Situation in all den Jahren nicht erlebt. Für Jens Bütow wäre eine Auszug keine Option: „Wegen solcher Leute ziehen wir hier nicht aus.“

 

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