2. Deutschen Meisterschaft im Schubkarrenrennen : Meistertitel geht nach Rehna

<fettakgl>Annmarie Sinke und Nico Augustin </fettakgl>holten den dritten Platz bei der zweiten Deutschen Meisterschaft im Schubkarrenrennen.
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Annmarie Sinke und Nico Augustin holten den dritten Platz bei der zweiten Deutschen Meisterschaft im Schubkarrenrennen.

Gemeinsam war den Teilnehmern bei der 2. Deutschen Meisterschaft im Schubkarrenrennen ein Ziel: Den rund 40 Meter langen und und lediglich 15 bis 25 Zentimeter breiten Steg so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.

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29. Juli 2012, 05:09 Uhr

Gross Rünz | Es waren unterschiedliche Materialien und unterschiedliche Techniken, mit denen die Teams bei der 2. Deutschen Meisterschaft im Schubkarrenrennen an den Start gingen: Während die einen an ihren Renngefährten die Räder gegen dünne Fahrradreifen, besonders kleine Räder oder sogar Breitreifen ausgetauscht hatten, gingen die anderen mit aufwändig hergerichteten und verzierten Karren an den Start. Und während sich die einen erst einmal vorsichtig vortasteten, um bloß nicht im kühlen Nass des Dorfteichs zu landen, gaben die anderen schon im ersten Lauf Vollgas.

Gemeinsam war dennoch allen Teilnehmern ein Ziel: Den rund 40 Meter langen und und lediglich 15 bis 25 Zentimeter breiten Steg so schnell wie möglich und trockenen Fußes hinter sich zu bringen. Den Titel Deutscher Meister im Schubkarrenrennen holten sich am Ende Julian Schramm und Achim Halank aus Rehna mit einer Zeit von 10,06 Sekunden. Der zweite Platz ging an Christopher Kalkhorst und Matthias Regulin. Auf Platz drei positionierten sich Annmarie Sinke und Nico Augustin.

Bereits im ersten Lauf zur Meisterschaftsqualifikation gingen die ersten Teams dabei unfreiwillig - und sehr zur Freude von hunderten von Zuschauern am Teichrand - baden. "Dabei haben wir den Steg schon entschärft", verriet Mitorganisator Uwe Becker. Weil viele der Kurven auf dem hölzernen Parcours für die rasante Fahrt mit der Schubkarre zu scharf gewesen seien, hätten sie diese im Vorfeld etwas breiter gemacht. "Das führt auch dazu, dass die Stürze spektakulärer sind, da die Fahrer in den schmalen Kurven sonst fast hätten stehen bleiben müssen, um nicht abzustürzen", so Becker. Ein Konzept, das aufgegangen sei. Und dank dessen die Zuschauer gleich mehrfach erleben konnten, wie die Teams mitunter verzweifelt balancierten, versuchten, das Gleichgewicht zu halten und dann doch ins kühle Nass abtauchten. Insgesamt 14 Mannschaften, so Mitorganisator Becker, hätten sich in diesem Jahr angemeldet - doppelt so viele wie im Vorjahr, als ein Team aus Hamburg vor den Augen von rund 1000 Zuschauern der erste Deutsche Meister im Schubkarrenrennen wurde. Dessen Bestzeit von 13,85 Sekunden jedoch konnte bereits im ersten Lauf des diesjährigen Rennens eingestellt und von den späteren Meistern mit zunächst 12,62 Sekunden und, im alles entscheidenden Lauf, schließlich 10,06 Sekunden übertroffen werden. "Das ist wirklich eine ganz fabelhafte Zeit", zeigte sich Becker von der Leistung der Rehnaer beeindruckt, die zum ersten Mal beim Schubkarrenrennen starteten. Nach wie vor, sagt Uwe Becker, hätte sich kein Verein oder Verband gemeldet, der ebenfalls eine Deutsche Meisterschaft im Schubkarrenrennen ausrichtet. "Wir sind die einzigen, deshalb brauchen wir auch keine wirklich festen Regeln."

Nur die eine Regel galt unausweichlich: Schubkarre und Beifahrer mussten trocken am anderen Ufer ankommen. Ein Vorsatz, den sich auch Anne Armbruster (17) aus Demern und Lisa Westphal (19) aus Groß Rünz genommen hatten. Zum ersten Mal starteten sie als einziges Frauen-Team bei der Deutschen Meisterschaft. "Wir haben im vergangenen Jahr spontan beim Nachtrennen mitgemacht und uns dann entschieden, auch in diesem Jahr an den Start zu gehen", erzählte Anne Armbruster. Im vergangenen Jahr hätten sie es ohne Vorbereitung auf den vierten Platz geschafft. "Dieses Jahr haben wir zweimal trainiert", erzählten die jungen Frauen. Ihre Schubkarre haben sie selbst umgebaut. "Mit einer normalen Schubkarre kommt man da ja nicht rüber. Wir haben nur das Grundgestell der Schubkarre genommen und einen Sitz drauf gebaut." Das Entscheidende, sind sich Westphal und Armbruster einig, sei das Zusammenspiel von dem, der in der Karre sitzt, und dem der schiebt. "Die Balance ist das wichtigste. Und man darf nicht vergessen: Umso schneller man fährt, umso wackeliger wird es auch." Mit der Siegerehrung des neuen Deutschen Meisters endete die Party in Groß Rünz noch nicht: Unter anderem ein Pokallauf unter Flutlicht, der Auftritt des Blasorchesters Breitenfelde, eine Open-Air-Disco und ein Feuer auf einem Floß zum "Teich in Flammen" rundeten das große Spektakel in Groß Rünz ab.

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